Stahlwerk


Gang nach Canossa
29. November 2013, 21:38
Filed under: All | Schlagwörter: , , , ,

Der-Gang-nach-CanossakleinDie Oberliga bietet nun wahrlich nicht viel und Highlights im Grunde gar nicht, so sucht sich wohl jeder so selbst seine Motivation für Auswärtsfahrten. Ich habe irgendwann für mich angefangen Fahrten z.B. nach Roßbach mit dem Gang nach Canossa zu vergleichen. Irgendwie in der Hoffnung das der Fußballgott irgendwann ein einsehen mit meinem Leiden hat und mich von dieser Höchststrafe befreit. Denn so schmerzfrei kann man gar nicht sein, das man sich diese Fahrt noch vor sich selber rechtfertigen kann. Insofern tue ich Buße und hoffe das der liebe Fußballgott mich irgendwann dafür reichlich belohnen wird. Zum Beispiel mit nem Jahr dritte Liga, das halte ich mindestens für angemessen, wenn nicht sogar Europacup, allerdings bitte ohne Bundesliga das wäre schon wieder Strafe ;-).

Betzdorf dürfte sicherlich für viele in eine ähnliche Kategorie gehören, ich unterscheide da allerdings. Ich habe es sogar schon geschaffte ein A-Jugend Regionalligaspiel der Borussia dort zu gucken. Für mich gehört diese Fahrt immer fest in den Terminkalender, denn Oberliga ohne Betzdorf das ist für mich undenkbar. Das wäre wie Bier ohne Alkohol, völlig sinnfrei. Nein Betzdorf muß sein, dass hat auch der Mann für den Spielplan erkannt und so findet man sich reichlich oft in den Wintermonaten oder unter der Woche im Westerwald wieder. Vielleicht ist das aber auch nur eine gefühlte Theorie, denn die SG ist neben den beiden Traditionsclubs das älteste Oberligamitglied in Sachen ewig dabei. Und dank dieses Blogs ist es mittlerweile schon soweit gekommen das ich mich als erstes Oberligaergebniss nach dem von Betzdorf erkundige. Gruß an dieser Stelle an Andreas…

Nun aber rein ins Wochenendfeeling und dem damit verbunden Spiel. Es wird morgen das letzte Borussenspiel im Jahr 2013 sein, ehrlich gestanden hatte ich im Sommer meine Zweifel das es wirklich im ersten Durchgang über die Bühne gehen wird. Aber es scheint als sollte es so sein. Der Zeitpunkt könnte unter Umständen kein schlechter sein, die SG ist alles andere als gut drauf. Im Gegenteil im Westerwald scheint die Stimmung eher gedrückt. Was vorallem an einem peinlichen Pokalaus liegt und daran das die Mannschaft seit Wochen miserable Ergebnisse einfährt. Dennoch ist Obacht angesagt, denn das die Mannschaft durchaus was kann sieht man daran das die Grün-Weissen noch am zehnten Spieltag auf Platz zwei lagen, seitdem allerdings geht es ziemlich ungebremst bergab. Ausnahme der Auswärtssieg in Salmrohr an den man sich seitdem Woche für Woche versucht aufzurichten.

Auch diesmal fragt SG Trainer Spornhauer „Warum sollte man nicht wieder eine Überraschung schaffen, wie beim Auswärtssieg in Salmrohr?“…Es wäre durchaus eine Überraschung und was für eine, denn mit Alexander Rosin, Sven Houck und auch Ersel Sahin fehlen durchaus wichtige Spieler. Zumal hinter dem Einsatz von Max Ermert und Sebastian Land noch Fragezeichen stehen. Vorallem Land und Rosin waren im Hinspiel ganz wichtige Spieler beim 1:1 unentschieden, das durchaus schmeichelhaft für Borussia war. Seitdem hat sich aber einiges im Ellenfeld getan und die Serie von ungeschlagenen Spielen sollte sicherlich in die Winterpause gerettet werden. Mit einem Sieg könnte man sogar noch die Euphorie in Neunkirchen weiter anheizen. Aber auch für die Gastgeber geht es um einiges vielleicht ja auch um den Job von Trainer Spornhauer der verlauten lässt: „Wir müssen vor eigenem Publikum nochmal alle Kräfte bündeln, um mit einer Energieleistung den Gästen die Weihnachtstage zu vermiesen und gleichzeitig mit einem Sieg beruhigt in die Winterpause zu gehen„.

Somit sollte es diesmal keine Frage der Motivation werden, sondern eine Fahrt ins Glück…vielleicht gibt es dann ja im nächsten Jahr eine Oberliga mit Betzdorf, ohne einem weiteren Gang nach Canossa…auch wenn dem Spielplanmacher dann vielleicht etwas das Gewohnte fehlt.

Kommentare deaktiviert für Gang nach Canossa


Amateurfußball braucht Fans!
28. November 2013, 21:03
Filed under: All | Schlagwörter: , ,

GaSawebbannerfreiEine Losung die in den vergangenen Monaten von Göttingen aus, durchs ganze Land zog und zumindest bei Vereinen und Fans auf fruchtbaren Boden fällt. 43 Vereine und Supportergruppen haben sich bislang der Initiative angeschlossen. Von der Nordsee bis runter an den Bodensee, von Aachen bis nach Greifswald, die Problematik überzieht die komplette Republik. Egal ob Liga 5 oder noch viel tiefer, das Problem ist überall das gleiche…Ohne Zuschauer kein Geld, ohne Geld kein Fußball…zumindest wenn er ambitioniert sein soll. Aus der unsrigen Oberliga sind mit Idar-Oberstein, FK Pirmasens und der SG Betzdorf drei Vereine an der Aktion beteiligt. Von denen die beiden erstgenannten noch Magneten in der Zuschauergunst der Liga sind. Aktuell liegt der Zuschauerschnitt der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar bei 256 Zuschauern pro Heimspiel. Besonders auffällig die Vereine in eher ländlichen Strukturen geniessen kaum Aufmerksamkeit, so schafft der Aufsteiger aus Burgbrohl gerade mal 160 Zuschauer im Schnitt und das obwohl das erste Oberligajahr der Vereinsgeschichte zugleich der größte Moment der Vereinshistorie ist. Mehr kann man wohl nicht mehr dokumentieren welch Reiz diese Liga ausübt. Der saarländische Aufsteiger Hertha Wiesbach dagegen schlägt sich überdurchschnittlich und kann mit 406 Zuschauern im Schnitt, Platz zwei der Liga belegen. Allerdings muß man das Saarland in dem Falle etwas spezifisch betrachten. Als kleinstes Flächenbundesland bekommen Spiele unter rein saarländischer Beteiligung durchaus noch etwas mehr Aufmerksamkeit. So hatte die Hertha zum ersten Oberligaspiel der Vereinsgeschichte gegen Völklingen noch 700 Zuschauer, gegen Borussia 761. Anders dagegen sehen die Zahlen aus, wenn der Gegner aus dem benachbarten Rheinland-Pfalz kommt. So waren beim letzten Heimspiel der Wiesbacher gegen Betzdorf gerade mal 175 Zuschauer auf dem Sportplatz, gegen Tabellenführer Hauenstein gerade mal enttäuschende 280.

Spieltagsflyer

Spieltagsflyer

Damit wird auch deutlich wo die Probleme liegen. Nicht nur der Profifußball mit seinem zerstückelten Spieltagsterminen und ständigen Liveprogramm kosten Aufmerksamkeit. Sondern auch die Zusammenstellung der Liga kostet Attraktivität, gerade für Vereine wie Wiesbach oder in der Vergangenheit Halberg-Brebach oder Köllerbach stellt sich die Frage welch Sinn ein Aufstieg für sie noch macht. Eine Liga tiefer in der Saarlandliga kann man mit Sicherheit dank zahlreicher Derbys mehr Zuschauer begrüßen, bei weniger Kosten. Die Oberliga hingegen kann letztlich nur allein mit sportlichen Argumenten reizen, was bei Etats die am Ende auf Naht genäht sind nur wenig Reiz ausübt. Der normale Fußballzuschauer vor Ort, hat eben keine Verbindung zu Vereinen wie Betzdorf, Roßbach oder Gonsenheim und dank nicht vorhandener medialer Aufmerksamkeit wird sich daran auch nichts ändern. Somit könnte sich in ferner Zukunft die Oberliga auch von ganz alleine erledigen. Allein die Verantwortlichen des Verbandes scheinen die Lage noch immer nicht begriffen zu haben, aber auch für die Vereine gilt, endlich zu handeln und gemeinsam darauf aufmerksam zu machen das der Weg den der höherklassige Amateurfußball eingeschlagen hat, eine Sackgasse ist.

Die Initiative „Glotze Aus, Stadion An“ wird sich übrigens im Januar auf dem Fankongress in Berlin präsentieren und für ihre Sache werben, denn im Rahmen dieses Treffens wird es auch zentral um diese Thematik gehen. 

nachfolgend eine kleine Statistik die ich bei transfermarkt.de gefunden habe, alle Zahlen auch im Bericht stammen von transfermarkt.de

  • Oberliga Südwest – 256 Zuschauer im Schnitt
  • Oberliga Baden Württemberg –  426 Zuschauer im Schnitt
  • Oberliga NOFV Nord – 300 Zuschauer im Schnitt
  • Schleswig – Holstein Liga – 251 Zuschauer im Schnitt
  • Oberliga Niedersachsen – 244 Zuschauer im Schnitt
  • Oberliga Hamburg – 229 Zuschauer im Schnitt
  • Hessenliga – 226 Zuschauer im Schnitt
  • Oberliga NOFV Süd – 196 Zuschauer im Schnitt
Kommentare deaktiviert für Amateurfußball braucht Fans!


Neunkirchen und Ellenfeldstadion bei Deutschlandradio Kultur
26. November 2013, 23:42
Filed under: All | Schlagwörter: , , ,

ellenfeld3Neunkirchen und Kultur…spätestens hinter der Plätschesdoole hält man das für nen gelungenen „Running Gag“. Das Image der Stadt ist freundlich gesagt noch immer im Arsch und wer von den Auswärtigen die Stadt kennt, der reduziert seinen Besuch auf das „Shoppingerlebniss“ SaarparkCenter. Außerhalb des gesichtslosen Betonklotzes gibts allerdings auch nur wenig einladendes zu sehen. Leere Ladenlokale, verbaute Architekur, Puffs und Spielhöllen prägen das Stadtbild. Der Strukturwandel scheint nur mäßig gelungen. Wer kann dreht der Stadt den Rücken zu, auch weil sie vermeintlich nichts zu bieten hat. Neidisch guckt mancher nach St.Wendel wo man aus der einstigen Garnisionsstadt eine attraktive und zukunftsfähige Stadt geschaffen hat. Ob Natur, Freizeit oder Kulturangebot, in jeder Hinsicht macht St.Wendel eine bessere Figur und so fragt man sich wo die Nische sein soll die Neunkirchen besetzen kann. Aus der „Stadt zum Leben“ wird jetzt die Kulturstadt, damit beschäftigt hat sich auch das Deutschlandradio Kultur. Zu Gast in der Sendung natürlich der Oberbürgermeister Fried, aber auch der Filmregisseur Günter Rohrbach, der am Rande erwähnt das er einige großartige Momente im Ellenfeldstadion erlebt hat. Womit wir dann auch beim eigentlichen Grund angekommen sind, denn Vereinshistoriker Tobias Fuchs durfte im Rahmen der Sendung auch über das Stadion plaudern. Die Sendung gibt es ungekürzt und in voller Länge…hier anklicken

Kommentare deaktiviert für Neunkirchen und Ellenfeldstadion bei Deutschlandradio Kultur


„Anthony Weston heute das Tüpfelchen auf dem i“
23. November 2013, 22:49
Filed under: All, Spielberichte | Schlagwörter: , , , , ,

1462883_505473039560226_1980022147_nNeuer Tag, neues Glück wieder die Tabellenspitze anzugreifen. Mit Röchling Völklingen empfing die ehrwürdige Borussia den Pokalgegner der letzten Woche wieder in Neunkirchen. Ein Sieg wurde schon im voraus erwartet, beziehungsweise gefordert um weiter an der Tabellenspitze dran zu bleiben. Nach dem klaren 3:0 Sieg im Pokal und dem 1:1 beim Titelaspiranten Hauenstein, den man aus Neunkircher Sicht überdurchschnittlich zahlreich besuchte, waren auch heute zumindest die Fans am Bierstand stark vertreten. Die Stimmung der 350 Zuschauer im Ellenfeld war äußerst gut und trotz der Kälte und mit etwas Verzögerung, vielleicht wegen der Massen an Röchling Fans , wurde die Partie angepfiffen.

Borussia stand weitstgehend mit den üblichen Verdächtigen auf dem Platz. Mehmedovic fehlte leider, was man dem Esprit der Mannschaft in der ersten Halbzeit ansah. Viele kleinere Fouls spickten diese Hälfte und die Mannschaft kam nicht richtig in die Gänge, auch wenn bei einem guten Spielzug direkt der Ball den Weg ins gegnerische Tor fand. Kirchen lief sich auf der rechten Aussenbahn schön frei und passte kurz vor dem Tor in die Mitte zu Hajdarovic. 1:0. Kurz darauf glich eine stark aufspielende Völklinger Mannschaft aus, 1:1 dank Sammer Mozain. In etwa bei Minute 35 wurde Kirchen im gegnerischen Strafraum zu Fall gebracht, was einen Elfmeter zur Folge hatte. Allerdings hielt der Röchling Towart den schwach geschossenen Ball von Noutsos ins untere rechte Eck. Das einzigste erwähnswerte wäre vielleicht noch das Ömeroglu nach 2x halten mit gelb-rot vom Platz flog, so in etwa bei Minute 43. Die Schiedsrichter Entscheidung war in dieser Situation allerdings auch mehr als fragwürdig. So gings nun mit einem 1:1 in die Kabinen.

994381_505472949560235_344743645_n2. Halbzeit nur zu 10???? In Halbzeit 2 spielte man bekanntlich nur zu 10. was aber der Spielkultur keinen Abbruch tat. Die Mannschaft zeigte sich völlig verändert, kämpfte und ackerte gegen spielfreudige Röchlinger um jeden Ball, so das es gar nicht auffiel dass man in Unterzahl spielte. In der 52. Minute läutete Dieter Ferner mit dem Wechsel von Schmitt für Lubijankic die Wende ein. Bei der 1.!!! Aktion von Schmitt wurde dieser auch gleich gefoult was uns einen Freistoss in vielversprechender Position verschaffte. Kirchen staubte das Ding im Nachschuss dann auch ab was uns die 2:1 Führung bescherte. Beflügelt von diesem Tor setzten die Schwarz – Weissen jetzt alles auf Sieg. Spätestens mit dem 2. Wechsel von Weston für Kirchen ging richtig die Post ab. Kurz zur Person Anthony Weston: Ein junger Kerl der durch seine Schnelligkeit und seinen Kampfgeist zu gefallen weiß. Ein Kerl dessen unbändiger Siegeswille der 10 Mann Truppe heute das Tüpfelchen auf dem i verpasste. Genau 8 Minuten im Spiel, stand besagter Weston allein vorm Torwart und schob zum 3:1 ein. Auf den Rängen gab es kein halten mehr und noch bevor man es realisierte in Unterzahl ein zeitweise verloren geglaubtes Spiel zu gewinnen, staubte die blonde Drecksau (sorry, aber ich feier den Typ einfach unfassbar) zum 4:1 ab!!! Hurra Hurra Borussia! 8 Minuten vor Schluss stand der Sieger für heute fest. Marino kam noch für Hajdarovic und ein Freistoss gegen Ende der Partie blieb auch ohne Erfolg, aber scheiß drauf. Schlusspfiff! Aus! Sieg!1463069_505472926226904_67767733_n

Die Mannschaft ließ sich von der treuen Anhängerschaft gebührend feiern (Weston übernahm gerechterweise die Humba) und präsentierten einen Banner mit dem sie sich bei den Fans für die tolle Unterstützung bedankten. Zum Abschluss möchte ich noch erwähnen das sich die Fanszene Nk heute mit einem Klassiker auf die kommenden Weihnachten einstimmte. „Kling glöckchen klingelingeling, kling glöckchen kling. VfB wird meister, Hauenstein wird 2. Pirmasens wird 3. oh wie is das bitter!“

Vielen Dank an Nicky der mir heute die Ehre übertrug, den 250. Bericht des Stahlwerk Blogs zu schreiben. Herzlichen Glückwunsch hierzu.

Volker Racho Clockwork Skinhead 1905

Kommentare deaktiviert für „Anthony Weston heute das Tüpfelchen auf dem i“


Aufstieg und Fall des SV Röchling 06…
22. November 2013, 13:45
Filed under: All, Artikel | Schlagwörter: , , , ,

Das letzte Heimspiel 2013 steht auf dem Plan und mit dem SV Röchling Völklingen kommt ein Traditionsclub ins Ellenfeld. Schon vor 106 Jahren gab es damals noch in der B1-Klasse Saargau das erste Aufeinandertreffen.sv-roechling-voelklingen Damals hieß die Paarung allerdings noch FC Völklingen 06 gegen den FC Borussia Neunkirchen 1905. Wobei in jener Saison bei beiden Vereinen grundlegendes passierte. Während Borussia zu Borussia  VfB funsionierte, wechselten die Völklinger ihre Vereinsfarben vom ursprünglichen Rot-Weiß in das noch heute allseits bekannte Rot-Schwarz. Am Ende der Saison feierten die Gäste den Meistertitel in jenem Jahr. Einer der wenigen Momente in dem die andere Hüttenstadt die Nase vorn hatte.

Denn schon bald ging es für die Völklinger wieder von null los. 1916 wurden die Rot-Schwarzen vom Fußballverband ausgeschlossen, als Grund nannte man zerrüttete Vereinsverhältnisse. Was immer das auch am Ende heißen soll. Fakt ist 1919 gründete man sich unter dem Namen VfB wieder und musste in der untersten Spielklasse neu beginnen, ein halbes Jahr und viele Verhandlungen später war man der SV Völklingen 06. Während in den Folgejahren Borussia zum Aushängeschild des Saar – Fußballs und zu einer ernstzunehmenden Größe im Südwesten mutierte, hatten die Rot-Schwarzen genug damit zu tun den Spielbetrieb zu erhalten. 1945 dann, wurde der SVV wie alle anderen Vereine aufgelöst, aber umgehend als Spiel- und Sportgemeinde Völklingen wiedergegründet. Es folgen unterklassige Jahre im Spielbetrieb des Saarlands. Erst 1951 gibts die erste Weichenstellung in dem man den Namen wieder in SV 06 abändert und damit auch wieder die traditionelle Verbindung zu den Röchling Werken aufnimmt. So wird 1952 mit Herrn Roy ein Angestellter des Werks Vorsitzender des Vereins. Eine Tradition die den Club ein paar Jahre später wieder in den Blickpunkt der Öffentlichkeit rücken sollte.

664955Genauer gesagt 1958 übernimmt mit Franz Ludwig der Arbeitsdirektor der Röchling Werke den Vorsitz des Vereins. Ab jetzt gibt es nur noch eine Richtung, steil bergauf! Klotzen statt kleckern heißt das Motto. Während Borussia nach dem Saar- Referendum nun wieder in die absolute Spitze des Südwestfußballs zurückkehrt, im DFB-Pokalfinale landet und in die 1.Bundesliga aufsteigt. Feiert man in Völklingen den Durchmarsch in die neugeschaffene Regionalliga u.a. mit dem Held von Bern, Weltmeister Horst Eckel. 1966 vollzieht man erneut eine Namensänderung die bis heute bestand hat, der Zusatz „Röchling“ wird eingeführt. Für die Rot-Schwarzen folgen Jahre der Etablierung in der neuen Spielklasse. In der Saison 72/73 nach 66 Jahren schaffen die Völklinger erneut das Erlebniss mal wieder vor dem großen Saarrivalen zu stehen. Während Borussia im oberen Mittelfeld einläuft, verpasst Völklingen nur aufgrund des schlechteren Torverhältnisses die Meisterschaft. Die Quali zur 1.Bundesliga verpasst die Elf des einstigen Braunschweiger Meistertrainers Johannsen dennoch erneut.

Borussenanhang im Hermann - Neuberger Stadion

Borussenanhang im Hermann – Neuberger Stadion

Im Jahr darauf qualifizieren sich beide Mannschaften für die neugeschaffene 2.Bundesliga. Borussia steigt nach dem Geburtsjahr der Liga direkt wieder ab. Völklingen schafft den Klassenerhalt, muß aber einen tiefen Einschnitt wegstecken. Franz Ludwig kandidiert nicht mehr für das Präsidentenamt. 2 Jahre später zieht sich der SV Röchling Völklingen aufgrund der finanziellen Belastung freiwillig aus der 2.Bundesliga zurück. In der Folgesaison landet man einmal mehr hinter Borussia Neunkirchen auf Tabellenplatz 2, womit man in die neugeschaffene Amateur-Oberliga Südwest aufsteigt. Dort feiern die Rot-Schwarzen unter Trainer Schygulla sofort die Meisterschaft und damit den Aufstieg in Liga 2. Allerdings agiert man wenig souverän und trotz mehrfachen Trainerwechsels steigt man umgehend wieder ab. Was für den Verein böse Folgen haben sollte. Mittlerweile ohne die Röchling Gelder und den finanziellen Belastungen aus Liga 2, beginnt der sportliche Absturz.

220px-Pokalspiel_frankfurt_roechling_ticketIm ersten Jahr kann man noch den Klassenerhalt feiern, im zweiten folgt der Abstieg in die Verbandsliga, aus der man umgehend wieder aufsteigen konnte. Doch wieder folgt der direkte Wiederabstieg, noch immer hoch verschuldet geht es 1989 sogar in die Landesliga Südwest. Hier gelingt in den nächsten Jahren die Teilentschuldung. Neu aufgestellt geht es langsam wieder bergauf. 1998 kehrt man in die Verbandsliga zurück. 2003 schafft man den Sprung zurück in die Viertklassigkeit, doch einmal mehr geht es direkt wieder runter in die Saarlandliga. Erst 2011 kehrt der Verein zurück in die Oberliga Südwest.

Anno 2013 läuft es für die Röchling Elf alles andere als optimal. Der Klassenerhalt ist das neue Ziel, dafür wird nach der Winterpause mit Sven Schiller, auch ein ehemaliges Neunkircher Nachwuchstalent wieder die Töppen für die Völklinger schnüren. Selbst bei Abstieg will man an Trainer Werner Weiß festhalten, da man nach aktueller Lage die Fehler bei der Kaderzusammenstellung bei den handelnden Personen abseits des Rasens ausgemacht hat.

  • Ein Spieler der bei beiden Clubs seine Visitenkarte hinterlassen hat ist Werner Martin. Zur Saison 1967/68 kam der Abwehrspieler vom SV Bildstock zur Neunkircher Borussia. wmAm 25.November 1967 gab er am 15.Spieltag gegen den FC Schalke 04 sein Bundesligadebüt.  Die 1:5 Heimklatsche konnte aber auch er nicht mehr verhindern. Am Ende der Saison standen für den jungen Abwehrspieler 14 Einsätze in Deutschlands höchster Spielklasse. Nach dem Abstieg blieb er fünf weitere Jahre bei der Borussia. 1973 wechselte er dann zum SV Röchling Völklingen, mit dem ihm die Qualifikation für die 2.Bundesliga Süd gelang. In den drei Zweitligajahren war er Stammspieler bei Völklingen und absolvierte 97 Spiele (11 Tore) für Röchling. Nach kurzem Abstecher zum Zweitligisten Bürstadt, wechselt Martin noch einmal ins Ellenfeld und  wird erneut Stammspieler beim Zweitligisten Borussia Neunkirchen.
Kommentare deaktiviert für Aufstieg und Fall des SV Röchling 06…


Interview mit Daniel – Portenos (FC Kreuzlingen)
20. November 2013, 22:38
Filed under: All, Interviews | Schlagwörter: , , , , ,

Schweizer Amateurfußball…jetzt dreht er endgültig am Rad. Nein nicht ganz, sondern zu diesem Interview gibt es eine kleine Vorgeschichte. Die allererste Stahlwerk Fanzine Ausgabe fand glücklicherweise auch den Weg in die kleine Schweiz und so kam eines Tages ein Brief oder doch schon ne E-mail? aus Kreuzlingen mit dem Angebot das Heft auch in Daniel´s Laden zu vertreiben, der damals zugleich der Fanshop des FC Kreuzlingen war. Wenn man bedenkt was für ne Krücke die Erstausgabe war, verwundert mich das heute noch, aber ihm gefiel´s und so war das Heft ab sofort auch in der Schweiz erhältlich. Seine Vorliebe für den FC Kreuzlingen weckte auch bei mir die Neugier und so darf ich mich mit dem Interview wenigstens ein klein wenig revanchieren. Zumal mir sein Blog extrem gut gefällt, schon seine Linkliste zeigt der Mann hat Geschmack und Fußballverstand. Entsprechend rund lief das virtuelle Gespräch…das ich noch hätte ewig führen können. Diverse Links findet ihr unter dem Interview…

Portenos 1Hallo Daniel, dein Verein ist der FC Kreuzlingen, ich vermute mal die wenigsten Leser werden jetzt damit was anfangen können. Von daher stell doch mal deinen Verein etwas vor?

Hallo Nicky, sehr gerne. Der FC Kreuzlingen spielt derzeit nur noch in der 2. Liga Interregional, dass ist die fünfte Klasse in der Schweiz. Die grosse Zeit des Vereins ist schon sehr lange her. In den 30ern war der FCK ein kleines Schweizer Fussballmekka, noch vor der Europacup-Zeit gab es Spiele gegen zahlreiche namhafte europäische Fussballvereine wie West Ham United, FC Everton oder die AS Roma um nur ein paar ganz wenige zu nennen. 50’000 Zuschauer kamen pro Saison ins kleine Stadion an der Konstanzerstrasse. Das normale Umfeld für den FCK ist eigentlich die drittklassige 1. Liga, dort wollen wir wieder hin. Ich nehm mal das von Kreuzlingen noch kaum jemand von deinen Lesern im Saarland gehört hat. Unser Städtchen hat 20’000 Einwohner und liegt direkt am Bodensee neben Konstanz, von denen uns nur der Grenzzaun trennt.

Im SWR Tatort vom Bodensee kommt Kreuzlingen als Name ab und zu vor …5.Liga Schweiz, wie muß man sich da das Umfeld vorstellen…Zuschauerschnitt, Stadien?, ect. Gibts andere Fanszenen in eurer Liga?

5. Liga Schweiz, das heisst 150-250 Zuschauer, meistens Sportplätze ohne Tribünen, Dörfer in die man sonst im Leben nicht käme und null Fans ausser uns. Auf dieser Stufe sind wir schweizweit die einzigen Fans. In der drittklassigen 1. Liga gibt es noch schweizweit zwei, drei andere kleine Szenen, das wars. Also wir sind diesbezüglich im tiefsten Amateurfussball. Sportlich ist die Liga allerdings gar nicht so schlecht, wir könnten in der Verbandsliga gut mithalten.Portenos 2

Wie ist das eigentlich mit der Grenzlandlage? Habt ihr Zuschauer die auf der deutschen Seite wohnen, Sponsoren aus Konstanz oder ist es lukrativer als deutscher Amateurspieler in der Schweiz?

Haben wir, bei uns kann man auch problemlos mit Euro zahlen und wir waren der erste Schweizer Verein bei dem’s Currywurst an den Spielen gab. Etwa ein drittel der Spieler kommt aus Deutschland, derzeit ist übrigens kein einziger Schweizer Spieler in unserem ganzen Kader. Der Rest kommt aus Italien, Bulgarien und von überall sonst. Manchmal gibt es Spiele, da gehts gegen Teams wo kein einziger Ausländer spielt, ganz schön kurios. Es ist schon lukrativer bei uns, obwohl uns in letzter Zeit der FC Singen 04 Spieler abspenstig macht, die wollen unbedingt wieder in die Oberliga. Also wenn in der Umgebung von Konstanz jemand Fussball spielen kann, dann kommt er normalerweise zum FC Kreuzlingen. Dank der Fähre kommen auch einige von Friedrichshafen.

Legen die dann direkt am Stadion an …denn euer Spielort nennt sich „Hafenareal“?

500 Meter davon, nebenan im Hafen von Konstanz. Unser Fussballplatz heisst Klein Venedig oder umgangssprachlich auch oft „im Hafenareal“. Das ist wirklich direkt am See. Das alte Stadion an der Konstanzerstrasse gibts schon lange nicht mehr, das etwas grössere Stadion „Burgerfeld“ benutzen wir aus diversen Gründen nicht mehr. Eigentlich wär von der Stadt noch ein ganz anderes Spielfeld vorgesehen, das liegt beim Lokalkonkurrenten AS Calcio Kreuzlingen im Döbeli. Ein ziemliches Politikum über das es noch einiges mehr zu sagen gäbe, aber hier etwas zu weit führen würde.

Klein Venedig

Klein Venedig

Laut Wikipedia gibt es seit 1997 eine kleine Fanszene in Kreuzlingen, erzähl doch mal ein bißchen mehr über die Entstehung?

Wir waren ein wirklich wilder Haufen von jungen Punks und Skins die gerne zum Fussball gingen. Da musste einfach ein Verein her den wir supporten wollten. Schnell haben wir gemerkt das in unserem Fall das gute sehr nah lag. Beim FC Kreuzlingen waren damals ziemlich verrückte Leute am Werk, der FCK hatte zudem keinen guten Ruf, dass zog uns damals an und wir haben uns gleich Zuhause gefühlt. Sportlich ging es dann erstmals ziemlich aufwärts. Der FCK wurde zu einem kleinen Treffpunkt von Jugendlichen die irgendwie anders waren und die sich mit so einem kleinen Verein viel eher identifizieren konnten als mit einem Profi-Verein. Das passte auch viel mehr zu der Punkschiene, ein kleiner Verein ist ja auch irgendwie so eine Underdog-Geschichte.

Aus der Zeit stammt auch der Fanclub „Whiskykurve“?

Ja klar, die Whiskykurve waren die ersten organisierten Fans beim FC Kreuzlingen.

Was waren so fantechnisch die Highlights in den letzten 16 Jahren?

Aus sportlicher Sicht waren es sicher die Aufstiegsspiele in die Nationalliga B gegen den FC Baulmes. Wir sind ja keine Ultras, also Choreografien und ähnliches gibts bei uns kaum, allein schon zahlenmässig würd das nicht zu uns passen. Man darf nicht vergessen, dass wir eine sehr kleine Fanszene sind, derzeit vielleicht noch 10-15 Leute, dann noch verteilt auf zwei Gruppen, die zweite sind die neugegründeten Porteños. Zu den besten Zeiten kamen um die 30-40 Personen in unsere Kurve. Wir sind eine richtige oldschool-Gruppe, spielbezogener Support, Zaunfahnen, Schals, fertig. Wir kommen aus der 90er-Fanzine-Generation, da gibts so einen schöne Aussage die ich letzthin gehört habe. Als die 80s-Hools so langsam die Kurven verliessen gab es eine kurze Zeit wo die Fanzine-Generation meinte den Way of Life in den Kurven prägen zu können, dann kamen die Ultras und hinterliessen uns frustriert zurück, haha Naja so schlimm ist’s nicht. Aber die Fanzine-Kultur ist schon ausgeprägt bei uns, wir haben immer noch zwei Hefte am Start.portenos 4

Darauf wollte ich gerade hinaus, die Portenos wirken eher traditionell englisch als ultratypisch. Ist das in der Schweiz noch öfter zu finden oder seit ihr auch schon eine Ausnahme im allgemeinen Ultratrend?

Wir sind sicher eine Ausnahme, die grossen Szenen sind eigentlich alle sehr ultra-orientiert. Ich denke so richtig oldschool im britischen Stil würde man bei Jugendlichen in den grossen Vereinen auch nicht so den Zeitgeist treffen. Winterthur ist noch ziemlich einzigartig in der Schweiz, da geht es sehr linksalternativ zu und her, weiss nicht ob sich dort welche wirklich als Ultras bezeichnen würden. Aber das ist dann wieder eine andere Schiene.

Kommen wir zu den Fanzines, bring uns doch erstmal auf den Stand was es da alles gab und was es da aktuell noch gibt?

Seit 1999 gibt’s den Grenzstadtkurier und seit glaube ich 2004 die Hafenschlampe. Der Grenzstadtkurier war zuerst ein typisches Fanzine im alten Stil, also mit viel Spielberichten. Mit der Zeit wurde daraus ein Heft das sich auch mit der Geschichte des Vereins befasst, mal ein Spielerinterview drin hat, andere Fanzine’s vorstellt und auch immer mal wieder interessante Gastschreiber hat. Das Heft mach ich alleine und kommt daher auch nur einmal jährlich heraus. Die Hafenschlampe ist komplett anders gestrickt, ein sehr starkes Layout und durchzogen von einem ganz eigenen Humor, es ist sicher das speziellere der beiden Hefte und hat sein eigenes Publikum, genau wie es der Grenzstadtkurier auch hat. Daher ergänzen sie sich ganz gut.Portenos 3

Ganz eigenes Publikum, wie darf man das verstehen. Wo werden die Fanzines verkauft, wie reagieren die „normalen“ Stadiongänger auf diese Art Hefte?

Der Grenzstadtkurier wird auch eher von den normalen Stadiongängern oder von Leuten aus dem Verein gelesen, hat zudem seine Freunde bei Leuten die ein Faible für kleine Traditionsvereine und kleine Fanszenen haben, vertrieben wird das Heft in Deutschland über den nofb-shop, wo es auch immer in einem günstigeren Nachdruck zu haben ist. Die Hafenschlampe wird von der Whiskykurve und einem recht grossen Umfeld in Winterthur gelesen, auch eher mal von Leuten die nicht unbedingt was mit Fussball zu tun haben.

Du hast gerade erwähnt das in deinem Heft auch Vereinsgeschichte drin vorkommt, wie schwierig ist es in der Richtung an Infos zukommen? Pflegt der Verein ein Archiv?

Es gab überhaupt kein Archiv, alles war verstreut bei verschiedenen Leuten, ein Bewusstsein für die wirklich sehr facettenreiche Geschichte gab es fast gar nicht. Mittlerweile sehen die Leute was ich mache und bringen mir Zeitungsartikel, Fotos, Videomitschnitte etc. Die erfolgreichen 30er habe ich schon recht gut dokumentiert und da kommen manchmal auch Mails von Nachfahren der damaligen Spieler die dann eine grosse Freude an den Berichten und Fotos von damals haben. Im Archiv unserer regionalen Zeitung war ich auch schon, was natürlich eine sehr aufwendige Recherche ist. Ziel ist ein Archiv und eine Vereinschronik, bis dahin ist es aber noch ein langer Weg. Derzeit veröffentliche ich die Sachen im Grenzstadtkurier und in unserer Stadionzeitung. Die Fundstücke kommen auch nach und nach in meinen Blog: portenoskreuzlingen.wordpress.com.

Vielleicht noch was zum Norman Smith Stand, wie weit ist diese Geschichte schon in der Realisierung?

Norman Smith war unser erfolgreichster Trainer in den 30ern, dem Engländer gelangen mit uns drei Aufstiege in Folge. Da fanden wir’s eine schöne Idee das irgendwie zu würdigen. Wir machen jetzt eine Bande an dem Platz wo wir stehen mit dem Namen unseres damaligen Trainers und nennen das ganze nach englischer Tradition Norman-Smith-Stand. Bei uns ist natürlich alles fünf Klassen kleiner als im Profifussball und wir nehmen das ganze auch mit Humor, aber es ist auch viel Herzblut in unseren Ideen. Ein weiterer positiver Nebeneffekt an der Geschichte, wir zahlen dem Verein jährlich 1000 Franken für die Bande, so unterstützen wir auch den Club, dem es finanziell alles andere als rosig geht. Ab der Rückrunde im März steht die Bande.whiskykurve 1

Die Schweiz ist sprachlich und kulturell sehr unterschiedlich, ab welcher Liga könnt ihr den FCK wieder in andere Regionen begleiten?

Ja das ist wirklich so. Es gab ja bei uns noch eine Liga-Refom im letzten Jahr. Jetzt gibt es die drittklassige 1. Liga Promotion, die umfasst die ganze Schweiz und die viertklassige 1. Liga Classic, die ist dreigleisig und unsere Gruppe würde Zürich, die Ostschweiz, Liechtenstein und das Tessin umfassen. Da gäbe es also wieder Spiele im italienischsprachigen Teil, dass hatte immer seinen eigenen Reiz, man verbrachte dann auch meistens das ganze Wochenende im Tessin. Nur im Schweizer Cup oder in Aufstiegsspielen können wir auf französischsprachige Vereine treffen. Diesen Sommer hatten wir eine Amateur-Mannschaft aus Lausanne zu Gast, diese hätten eine Runde später fast den FC Zürich aus dem Cup geworfen (2:3 n.V.). Lieber hätten natürlich wir gegen den grossen FCZ gespielt.

Ist der Pokal so wie in Deutschland organisiert, erst regional und wenn du da gewinnst dann auf der großen Bühne?

Ja genau, es gibt in unserer Liga drei Ausscheidungsrunden gegen gleichklassige Gegner, allerdings gruppenübergreifend. Dann kommen in der 1. Hauptrunde gleich alle Profi-Vereine dazu.

Nochmal kurz ein Themenwechsel, du hast das „Zwölf“ Magazin sehr gelobt, ein Heft von dem man in Deutschland nur wenig mitbekommt. Erklär doch mal kurz warum es so gut ist?Portenos 5

Das Zwölf ist ähnlich wie 11 Freunde oder Ballesterer. Vielleicht noch ein bisschen weniger kommerziell wie das 11 Freunde, ein Magazin für Fussballromantiker halt. Viele Leute die dort schreiben (es ist ein Feierabend-Projekt, allerdings von Profis auf ihrem Gebiet), kennt man persönlich und ab und an schaut auch mal einer in Kreuzlingen vorbei. Das sind sicher die Vorteile eines so kleinen Landes. Die Macher haben auch eine kleine Fussballsendung im Schweizer Sportfernsehen und sind im Netzwerk Fussballkultur Schweiz dabei. Einem kleinen Zusammenschluss von Fussballverrückten die in irgendeiner Art mit Fussballkultur zu tun haben.

Stichwort Fussballromatiker…Ihr unterstützt auch die Initiative „Glotze Aus, Stadion An“. Ist die Situation des Schweizer Amateurfußballs ähnlich?

Aber mindestens, die Zuschauerzahlen brechen immer mehr ein. Noch vor zwei Jahren war der Ligaschnitt um etwa 100 Zuschauer höher, in der drittklassigen 1. Liga Promotion gibt es Spiele vor 100-200 Zuschauern. Dabei ist diese Liga spielerisch ziemlich stark und die Vereine leisten sich dort bereits etliche Vollprofis. Ganz zu schweigen von den alten Zeiten vor 20, 30 Jahren. Wenn man da Bilder vom alten Hafenareal sieht ist das schon traurig. Aber die Tendenz ist wohl überall so.

Abschlußfrage, warum sollte man mal nach Kreuzlingen Fußball gucken kommen? Was macht den Charme des FCK aus?…Ich danke dir für das ausführliche beantworten der Fragen und für die Zeit die du geopfert hast!

Wenn man nichts mehr liebt, als mit einer Bratwurst in der einen, einem Bier in der anderen Hand und einem liebevollen Stadionprogramm in der Jackentasche am Spielfeldrand zu stehen, dabei Fussball zu gucken und über die entsprechenden Themen zu reden – dann ist man bei uns richtig. Wenn dann bei einem Abendspiel noch der typische Seenebel über dem Feld liegt und man eine Möwe sieht und der Wind vom See kommt – dass hat dann schon eine eigene Atmosphäre.

Vereinsgründung: 1.Juli 1905

Historie: Der FC Kreuzlingen spielte seit seiner ersten Ligateilnahme 1916 insgesamt 6 Jahre in der zweithöchsten Schweizer Liga, 47 Jahre in der dritthöchsten Schweizer Liga, 44 Jahre in der vierthöchsten und 1 Jahr in der fünfthöchsten Schweizer Liga.

Stadion: Der FC Kreuzlingen trägt seine Heimspiele auf dem Sportplatz Hafenareal am Bodensee aus. Das Hafenareal verfügt ab Mai 2011 über eine neue kleine Tribüne, welche neben Stehplätzen auch 126 vorerst unüberdachte Sitzplätze bietet. Seit 2007 steht ein neues Klubhaus im Hafenareal, seit 2010 gibt es neben dem Hauptplatz einen Kunstrasenplatz. Das Hafenfeld befindet sich direkt neben der Bodensee-Arena im Hafen von Kreuzlingen.

weiterführende Links:

Homepage des FC Kreuzlingen

Grenzstadtkurier (Fanzine), Grenzstadtkurier im NOFB Shop zum bestellen

Zwölf Magazin

Kommentare deaktiviert für Interview mit Daniel – Portenos (FC Kreuzlingen)


Interview mit Peter Drenks
20. November 2013, 11:17
Filed under: All, Interviews | Schlagwörter: , , ,

Die älteren unter euch werden ihn noch live spielen gesehen haben, für alle anderen dürfte der Name ein unbekanntes Tuch sein. Peter Drenks spielte Anfang/Mitte der Siebziger für die Borussia und wechselte danach als einer der ersten deutschen Spieler nach Spanien. Nach einem Kurzintermezzo beim BSV Schwenningen in der 2.Liga Süd beendete er seine aktive Karriere und zog zurück in seine alte Heimatstadt Wuppertal. Dort engagierte er sich in den vergangenen Jahren noch im Fußballbereich, war u.a. auch Trainer der A-Junioren des WSV in der Bundesliga.

Hallo Herr Drenks, als erste Frage natürlich, wie geht es Ihnen und was hat sich nach ihrer Karriere so bei ihnen getan?

Danke mir geht es gut, habe nach meiner Karriere genau so locker weiter gelebt wie während dieser Zeit.

Da ich es leider nirgendwo gefunden haben, wo haben Sie eigentlich vor ihrer Zeit bei der Borussia Fußball gespielt und wie kam es zum Wechsel ins Saarland?

Habe mit 9 Jahren beim Wuppertaler SV angefangen, bin dann mit 20 Jahren zum Drittligisten VFL Wuppertal gewechselt, dort habe ich mir einen Kreuzbandriss zugezogen. Danach hat mich mein Freund Adi Preißler, der schon in Wuppertal mein Trainer war zu Borussia Neunkirchen geholt.

Sie sind 1973 nach Neunkirchen gewechselt, wie lief das einleben in der Stadt und im Verein?

Das einleben war für mich ganz einfach, tolle Leute in der Stadt und im Verein.

Am Ende der ersten Saison feierten sie die Meisterschaft in der Regionalliga Südwest vor dem Erzrivalen Saarbrücken und dem FC Homburg. Welche Erinnerungen haben sie heute noch an dieses Jahr?

Ja uns hatte damals niemand auf der Rechnung, aber bei uns passte damals alles, guter Vorstand tolle Kameradschaft im Team und einen super Trainer.Peter Drenks

Im Jahr darauf gab es die Premiere der 2.Bundesliga, spürte man da eine gewisse Euphorie im Umfeld? Für Borussia lief die Saison ja leider nicht so glücklich. Was waren letztlich vielleicht die Gründe die zum Abstieg führten?

Ja es war sehr viel Euphorie da. Die Gründe für den Abstieg, ohne jemand zu nahe treten zu wollen, dass wir nicht mit der Meistermannschaft weiter gespielt haben. Sie wäre stark genug gewesen die Klasse zu halten.

Nach der Saison verliessen sie das Saarland Richtung Spanien, dort scheint man sie nicht vergessen zu haben. ( auf der HP von Real Valladoid findet sich ein Artikel zu Peter Drenks) Sie waren einer der ersten deutschen Spanien“legionäre“. Wieviel Abenteuer war das zu jener Zeit?

Es war ein tolles Abenteuer was ich dort erlebt habe, eine ganz neue Mentalität Sprache usw.

Sie wohnen wieder in ihrer alten Heimat Wuppertal, haben sich in der Vergangenheit für den WSV engagiert, ihr Herzensverein? Wie beurteilen Sie den Neustart des Wuppertaler SV?

Ja da bin ich groß geworden. Das ist ok

Es gibt da ja noch den Trainer Peter Drenks, sie trainieren des SC Sonnenborn. Was ist das für eine Liga und wie sind da die Ambitionen?

Dort habe ich mein Amt niedergelegt.

Sie waren zur 100 Jahr Feier des Ellenfelds eingeladen, welchen Erinnerungen haben sie an das Stadion, was war der vielleicht schönste Moment den sie mit dem Ellenfeld verbinden?

Der Tag als wir im Ellenfeld zum Meister gekürt worden sind, leider ohne Meisterschaftskranz. Den holte unser lieber Borussen Leo erst mit dem Motorrad in Saarbrücken ab, viele hatten geglaubt der FC Saarbrücken würde an dem Tag Meister…nur wir nicht.1401259_540696376021598_481687899_o

Gibts eigentlich noch Kontakte zu ehemaligen Mitspielern aus Neunkircher Zeiten?

Ja zu einigen und immer wieder schön sie wieder zusehen.

Zum Schluß natürlich die Frage verfolgen sie das Geschehen rund um die Borussia noch?

Ja ich verfolge den weg der Borussia immer.

Vielleicht irgendwelche letzten Worte oder Grüße? Ich danke ihnen sehr für das beantworten der Fragen.

Ja es war eine sehr sehr schöne Zeit bei der Borussia und dafür nochmals an Vorstand, Fans und Freunde ein großes Dankeschön.

Kommentare deaktiviert für Interview mit Peter Drenks



%d Bloggern gefällt das: