Stahlwerk


2013 Stahlwerkblog die Zahlen…
31. Dezember 2013, 14:14
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Die WordPress.com-Statistik-Elfen fertigten einen Jahresbericht dieses Blogs für das Jahr 2013 an.

Hier ist ein Auszug:

Die Konzerthalle im Sydney Opernhaus fasst 2.700 Personen. Dieses Blog wurde in 2013 etwa 54.000 mal besucht. Wenn es ein Konzert im Sydney Opernhaus wäre, würde es etwa 20 ausverkaufte Aufführungen benötigen um so viele Besucher zu haben, wie dieses Blog.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

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Heute vor 50 Jahren…
29. Dezember 2013, 03:06
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Stadion an der Bleichstraße

Stadion an der Bleichstraße

Heute vor 50 Jahren trat Borussia das bisher einzigste Mal im „Stadion an der Bleichstraße“ an. Das 2:2 Unentschieden bei den Mainzer Vorstädtern war einer jener Schritte zur Meisterschaft ´64, die am Ende den „überfälligen“ Aufstieg in die Bundesliga bedeuteten. Damals wie heute reisten Borussenfans mit ihrer Mannschaft…nur mit dem kleinen Unterschied das die „Pioniere“ von damals eher mit dem Motorrad unterwegs waren. Autos waren Luxusgüter und Autobahnen im Südwesten nur spärlich gesäht. So konnten stundenlange Fahrten wie diese im Dezember auf schlecht ausgebauten Landstraßen durchaus zur Qual werden. Borussia ging übrigens früh in der 8.Minute durch Gratz in Führung, aber erst ein Eigentor eine Viertelstunde vor Schluß durch Weisenaus Schlußmann Horl vor 3.000 frierenden Zuschauern sicherte mit dem 2:2 einen Punkt.

Borussia Neunkirchen Südwestmeister 1964

Borussia Neunkirchen Südwestmeister 1964

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mögliche Aufsteiger in die Oberliga – Verbandsliga Südwest
28. Dezember 2013, 17:50
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Von einer Tradition kann man noch nicht sprechen, aber auch in dieser Winterpause gibt es wieder den Blick auf die möglichen Aufsteiger 2014 in die Oberliga. Wobei es in diesem Jahr eine Neuerung gibt, so werden die Tabellenzweiten der Verbandsliga Südwest, Rheinlandliga und der Saarlandliga einen zusätzlichen Aufsteiger ausspielen. Spannung dürfte somit garantiert sein. Den Anfang macht die Verbandsliga Südwest, die grob beschrieben den östlichen Teil des Landes Rheinland-Pfalz abdeckt. Das geht los im Hunsrück und zieht sich über die Pfalz bis ins Rhein-Nahe Gebiet, insgesamt nehmen 16 Mannschaften am Spielbetrieb teil.

Ein Blick auf den Tabellenzweiten und weitere mögliche Kandidaten zur Aufstiegsrunde wird es in einem extra Beitrag geben…

tsv-schott-mainzSchon vor Rundenbeginn gab es eigentlich für alle Interessierten nur einen Topfavoriten auf die Meisterschaft, den TSV Schott Mainz. Und der größte Breitensportverein des Landes Rheinland-Pfalz wird diesem Anspruch bisher durchaus gerecht. Immerhin hat man in 19 Spielen bisher erst eine Niederlage kassiert, stellt mit 59 Toren den besten Sturm und mit 14 Gegentreffern die beste Abwehr der Liga. Zur Winterpause beträgt der Abstand zum Tabellenzweiten Fortuna Mombach sieben Punkte, bei einem Spiel mehr. Zum dritten Platz hat man sogar schon neun Punkte Vorsprung bei gleicher Spielanzahl. Es darf also durchaus damit gerechnet werden das man in der kommenden Saison einen weiteren Mainzer Verein in der Oberliga Südwest begrüßen darf.

Der TSV Schott Mainz ist ein Vereinsgebilde das durchaus einen Blick mehr verdient. Der Verein selbst bezeichnet sich gerne als größten Breitensportverein und ein Blick auf die zahlreichen Abteilungen von denen es immerhin 25 gibt, legt das auch so dar, immerhin treiben rund 4000 Aktive beim TSV Schott Mainz Sport. Allerdings gibt es einen großen Unterschied zu dem normalen Breitensportverein um die Ecke, der TSV wird nämlich finanziell, konzeptionell, personell und organisatorisch von der Schott AG unterstützt. Das geht soweit das man durchaus die ein oder andere Abteilung auch im Spitzensport/Leistungssport ansiedeln kann. Der vollständigkeithalber sei erwähnt das die Schott AG einer der weltgrößten Produzenten von technischen Gläsern und Glasartikeln ist. Übrigens gibt es im thüringischen Jena einen weiteren Schott Verein.Otto-Schott-Sportzentrum

Im Fußballbereich wurde die Leidenschaft erst in den letzten Jahren geweckt, seit 2011/12 spielen die Herren in der Verbandsliga Südwest, das Ergebniss vier aufeinanderfolgender Aufstiege. Schon im vergangenen Jahr versuchte man einen ernsthaften Versuch in die Oberliga aufzusteigen, scheiterte aber an bärenstarken Waldalgesheimern die sich letztlich mit einer einzigen Saisonniederlage knapp durchsetzen konnten. Im Sommer dann ging man in Mainz offensiv ans Werk, erst wollte man Ex Profi Marco Rose als Trainer verpflichten, als dieser sich aber nach einem Traumangebot von Red Bull doch noch anders entschied, holte man mit Ali Cakici den Co-Trainer des Zweitligisten Ingolstadt für die Seitenlinie. Zusätzlich verpflichtete man mit Preston Zimmermann einen 24jährigen Drittligaspieler aus Darmstadt, der im Laufe seiner kurzen Karriere immerhin 14 3.Liga Tore und 19 Regionalligatore schoß…weiterer bekannte Spieler sind die Ex-Profis Markus Kreuz und Nils Döring. Doch der wer glaubt das nur Namen im Kader der Mainzer zu finden sind der irrt, auch aus der seit Jahren guten Nachwuchsarbeit wurden zahlreiche Spieler in die Mannschaft eingebaut. Ein kurzer Überblick auf die Spielberichte der vergangenen Monate zeigt auf, das die Schott Mannschaft sich letztlich nur selbst um den Aufstieg bringen kann.

Otto-Schott- Sportzentrum

Otto schottDer Name lässt es schon erahnen, hier handelt es sich weniger um ein einzelnes Stadion, sondern um einen ganzen Sportkomplex, bestehend aus diversen Hallen und Plätzen u.a. zwei Leichtahtletiktauglichen Anlagen. Das ganze wurde in den vergangenen Jahren großzügig von der Schott AG saniert und ausgebaut. Der Name geht auf den Firmengründer zurück. Neben den Verbandsligaherren, spielen auch die Damen die in der Regionalliga beheimatet sind auf dem Gelände. Das Fassungsvermögen wird mit 3000 Zuschauern angegeben.

 

 

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In eigener Sache…
24. Dezember 2013, 23:11
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Ihr werdet es gemerkt haben die Vereinshistorie steht hier immer mehr im Vordergrund, das mag auf den ersten Blick nicht für jeden spannend klingen, aber ich denke ein kurzer Rückblick auf 2013 belegt das es durchaus spannend ist.New Logo Da gab es Interviews zur Fanszene mit Steven und Ehm und gerade in der Richtung gibt es noch einiges was aufzuarbeiten wäre. Stichwort Siebziger und Achtziger, Fanclubs, Zaunfahnen, alte Fotos gerade in dem Teil der Vereinshistorie ist das Feld noch recht unbestellt. Aber ohne eure Mitarbeit wird alles nix…

Dann gab es vorallem einige Interviews mit ehemaligen Spielern, auch hier wird es fleissig weitergehen. Allerdings muß ich mir eingestehen das es per Netz nur selten so wird wie ich mir das im vorhinein ausmale, deshalb werde ich demnächst versuchen Interviews live zu führen. Wobei ich gestehen muß das mich das schon einiges an Überwindung kosten wird, ich bin schließlich kein Journalist und muß mir da jede Erfahrung anarbeiten. Ich hoffe also auf eure Geduld und euer Verständniss…

ein weiterer wichtiger Teil sind die Artikel, so wie es im vergangenen Jahr der Blick aufs DFB-Pokalfinale von 1959 war oder der Text zur saarländischen Nationalmannschaft, so gibt es auch jetzt wieder zahlreiche Ideen. Doch ab und zu braucht der Kopf dann auch mal wieder was anderes als nur Borussia und so soll das Interview mit Daniel von den Portenos aus Kreuzlingen nur der Anfang sein. Auch hier könnte ich mir in nächster Zeit Interviews mit Fanzinern, Autoren oder Groundhoppern vorstellen und mit Vereins und Stadienvorstellungen soll es natürlich auch weitergehen. Ihr seht schon der Plan ist wieder gemacht und mehr als proppevoll…denn ganz nebenbei gibt es ja auch noch den Alltag aus Spielberichten, Transfers und ähnlichem.

Letzter Punkt ist dann…wie ihr  in diesem Jahr auch wieder gemerkt habt, dass Aussehen des Blogs hat sich desöfteren geändert. Grund ist zum einen das ich manchmal Stunden davor verbringe und irgendwann kommt der Punkt wo mich das Aussehen langweilt oder ich habe einfach mal wieder ne neue Idee im Kopf. Zumal diese Änderungen auch immer wieder dafür Sorge tragen das meine Fähigkeiten mit meinem Layoutprogramm nicht einschlafen. Einer der guten Vorsätze fürs neue Jahr ist trotzdem den Blog mal so zulassen und dafür an Bildern, Flyern und sonstigem zu arbeiten. Mal gucken wie weit das reicht mit den guten Vorsätzen….

Am Ende steht ein Dank an Euch Alle und an die 1% sowieso…“nur der VfB“!!!…Meinungen, Kommentare, Verbesserungsvorschläge, Hassmails oder Lob geht wie immer über Facebook oder borussenblog@yahoo.de

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Ojokojo Torunarigha spricht über Rassismus…
23. Dezember 2013, 23:05
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Einen hauen wir noch raus vorm Weihnachtsfest und zwar ein etwas älteres Interview mit Ojokojo Torunarigha, mit dem ich aktuell in Kontakt stehe um ein Interview zu machen, ob es klappt schauen wir mal. Orginal ist das Interview von hier, aber der Link ist mittlerweile tot.

Übrigens ist er nicht mehr Jugendtrainer bei Hertha BSC, sondern B-Jugendtrainer bei einem kleineren Berliner Verein. Sein ältester Sohn spielt mittlerweile Regionalliga, war zu Beginn Zweitligaspieler in Oberhausen und der jüngste ist aktuell U-17 Nationalspieler für Deutschland. Für alle die es nicht wissen Ojokojo Torunarigha war von 95-97 Stürmer im Ellenfeld. 150px-Bundesarchiv_Bild_183-1990-0823-308,_Chemnitzer_FC,_Djokojo_Torunaigha

Ojokojo Torunarigha war der erste Afrikaner im ostdeutschen Fußball. Hier erzählt er von der Liebe und dem Hass,die er erfahren hat

„Beim Stadtfest sind zehn Leute hinter mir her. Besoffene, die hatten Butterfly-Messer“

Im Frühjahr 1990 kommt Ojokojo Torunarigha, geboren in Lagos,Nigeria, nach Deutschland. Spielervermittler Willi Hoppen,Branchenname „die Ratte“, bringt den 20 Jahre alten Stürmer nach Chemnitz, das damals noch Karl-Marx-Stadt heißt. Als Torunarigha die Plattenbauten sieht, schreit er: „Wo hast du mich hingebracht? Nach Russland? Ich will nach Deutschland!“ Trotzdem unterschreibt er einen Vertrag beim Chemnitzer FC, bestreitet 77 Zweitligapartien für den Klub und erzielt fünf Tore. Später spielt er noch für die Drittligisten Borussia Neunkirchen und Sachsen Leipzig. 2006 zieht er
mit seiner Frau und seinen drei Kindern nach Berlin-Spandau. Seine Söhne Junior, 19, und Jordan, 12, spielen heute in Jugendteams von Hertha BSC. Torunarigha, 40, arbeitet für den Klub als Juniorentrainer.

Herr Torunarigha, wenn ein junger Fußballer aus Afrika Sie heute fragen würde, ob er nach Deutschland gehen soll – was würden Sie ihm raten?

Ich würde sagen: Tu es, aber wirf deine Träume weg. Glaub nicht, dass hier jemand auf dich wartet. Glaub nicht, dass es reicht, ein guter Fußballer zu sein. Du musst Menschen haben, die dich beschützen. Du musst einen Trainer haben, der geduldig ist. Du musst gesund bleiben. Du musst also verdammt viel Glück haben, um es hier zu packen.

Und auch ein dickes Fell? Sie sind wegen Ihrer Hautfarbe beleidigt worden auf dem Fußballplatz, über Jahre.

Im Osten muss man einstecken können als Schwarzer. Ich habe 16 Jahre in Chemnitz gelebt, und bis zum Schluss hat es nicht aufgehört mit Diskriminierungen und mit Angriffen. Natürlich waren das einzelne Idioten, die „Heil Hitler!“ oder „Neger raus!“ gerufen haben. Aber das ist kein Trost, denn mit der Zeit wächst das Gefühl, dass man nicht gewollt ist. Du kannst dir tausendmal sagen: Die meisten Leute sind okay, und manchmal glaubst du auch ein paar Wochen daran.Und dann kommt wieder so ein Depp und will dich schlagen, und alles ist kaputt.

Sie nennen sie Deppen – was waren das für Menschen?

Nicht nur Neonazis mit Bomberjacken und Springerstiefeln. 2002 beim Stadtfest sind zehn Leute hinter mir her,Besoffene, die hatten Butterfly-Messer. Ich bin um mein Leben gerannt, und ich dachte, ich hätte es geschafft, als ich in einer Seitenstraße einen Streifenwagen sah. Ich habe gegen die Scheibe geklopft und gefleht: „Bitte lasst mich rein!“ Aber die Polizisten haben die Tür nicht aufgemacht, der am Steuer rief durch die Scheibe: „Viel los heute, wir müssen arbeiten. Sieh zu, dass du Land gewinnst.“ Ich habe gebrüllt: „Ich bin Ojokojo, der Fußballer! Ihr könnt mich doch nicht draußen lassen.“ Das hat Wunder gewirkt. „Ah, Ojo, na klar, steig ein!“, haben sie gesagt, und dann wollten sie Autogramme. Ich wurde geliebt als Fußballer und abgelehnt als Mensch, als Schwarzer. Dass du aufgespalten wirst in eine gute und in eine böse, schwarze Hälfte – das war das Schlimmste in all den Jahren.

Warum sind Sie nicht gegangen nach diesen Attacken und Kränkungen? Warum haben Sie sich nicht um einen neuen Klub bemüht?

Ich war so froh, einen sicheren Job zu haben. Bei CSB Libreville in Gabun, meinem letzten Verein, hatte ich 400 Mark im Monat verdient. Wenn überhaupt Geld gezahlt wurde. In Chemnitz waren es in der ersten Saison 4000 Mark netto. Sie zahlten immer pünktlich, und im Verein waren sie auch nett und hilfsbereit. Ich stand immer zwischen diesen beiden Polen: Liebe und Hass. Aber weil es eben auch Liebe gab, von den Leuten im Verein, von Fans, die mich feierten und meinen Namen sangen, habe ich den Hass ausgehalten. Ich wollte nicht zurück nach Nigeria.

Was schreckt Sie so ab an Ihrem Heimatland?

Nigeria ist nicht fair. Wir haben riesige Vorkommen an Öl und Gas, aber das bringt den einfachen Menschen nichts. Ein paar Männer machen sich die Taschen voll, alle anderen müssen um ihr Leben kämpfen. Nigeria ist Existenzkampf, jeder gegen jeden, jede Sekunde. So ein Land hat keine Zukunft, und ich möchte auch nicht, dass meine Kinder unter solchen Bedingungen aufwachsen.

Haben Sie noch Kontakt nach Nigeria?

Ichbin 1997 das letzte Mal dort gewesen. Ich kann mir keine Flugtickets mehr für die ganze Familie leisten. Ich habe keine Rücklagen mehr aus meiner Profizeit. Das Geld ist weg.

Einfach ausgegeben?

Nein, ich habe viel,viel nach Nigeria überwiesen. Mein Vater hat zwei Frauen, ich habe acht Geschwister – können Sie sich vorstellen, wie schnell da 1000Mark aufgebraucht sind? Ich habe 1993, als ich das erste Mal zurückgeflogen bin nach Lagos, riesige Kisten mitgenommen, voller Kleidung, Küchengeräte und Hi-Fi-Zeug. Ich habe 6000 Mark für Übergepäck bezahlt.

War es ein Fehler, die Familie über alles zu stellen und sich so zu verausgaben?

Entschuldigen Sie, aber so eine Frage kann nur ein Deutscher stellen. Als Afrikaner lernst du schon als Kind, dass es deine Pflicht ist, für die Familie zu sorgen. Daran wirst du gemessen: Schaffst du es nicht, deine Familie zu ernähren, bist du ein Versager. Und wenn du in Europa lebst und nichts überweist, bist du nicht nur das, sondern auch ein Verräter.

Trotzdem: Wenn von acht Jahren nichts übrig bleibt – haben Sie nicht doch etwas falsch gemacht?

Wenn Sie die Geldgeschichte meinen: nein. Vielleicht hätte ich den Mut haben müssen, den Osten früher zu verlassen. Seit vier Jahren leben wir in Spandau – und ich habe noch kein einziges böses Wort gehört. Aber als Afrikaner in Deutschland siehst du nicht zuerst die Chancen, sondern die Gefahren. Jeder Wechsel ist ein Risiko, so dachte ich damals.

Nach dem Karriereende haben Sie mehrere Jahre von Hartz IV gelebt und von dem Geld, das Ihre Frau, die auch aus Nigeria stammt,
als Spülhilfe verdient hat. Hatten Sie keinen Plan für die Zukunft?

Ich wollte Trainer werden, aber schon die C-Lizenz war eine Tortur. Vielen von meinen Mitspielern beim Chemnitzer FC wurde sie geschenkt. Ich musste als Einziger einen Kinderbetreuungsschein und einen Schiedsrichterschein machen. Der Prüfer hat mir sogar ins Gesicht gesagt: „Spar dir das Geld, du schaffst die Lizenz sowieso nicht.“ Er ließ mich durchfallen.

Im zweiten Anlauf haben Sie es gepackt.

Ja,weil anderen Prüfern aufgefallen war, dass ich offensichtlich fertiggemacht werden sollte. Die haben ihren Kollegen zur Seite genommen, und als er mich zum zweiten Mal prüfte, sagte er: „Ich glaube, heute schaffen wir’s.“ So etwas nimmt dir den Mut, immer diese Hürden. Ich dachte, das Mindeste, was ich verdient habe nach so langer Zeit in Deutschland, ist ein Recht auf Gleichbehandlung. Ich habe etwas geleistet in diesem Land. Ich habe vielen Menschen Freude gemacht mit meinem Fußball. Und ich habe Steuern gezahlt. Ich habe mich nach deutschen Regeln und Gesetzen verhalten. Ich war nie ein Problem. Warum also diese Schikane?

Wie sind Sie zu Hertha BSC gekommen?

Hertha wollte meinen Sohn Junior für die U-17-Mannschaft, und mir haben sie auch ein Angebot gemacht. Ich arbeite jetzt bei einem großen deutschen Klub in der Nachwuchsabteilung. Und es macht mir Spaß zusehen, dass Junior und Jordan es leichter haben. Sie müssen in Berlin nicht diese Kämpfe kämpfen, die ich in Chemnitz durchstehen musste. Herthas Jugend ist international, mit schwarzen und weißen Spielern. Es ist eine andere Zeit und eine andere Stadt, und manchmal wünsche ich mir, ich wäre zwanzig Jahre jünger und könnte da mitspielen.

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Kurzinterview mit Peter Roob
22. Dezember 2013, 14:21
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Peter Roob kam 1977 zur Borussia und erlebte damit auch die Zeit der Zweitligajahre, mit 59 Zweitligapartien hat er die siebtmeisten Einsätze der Vereinsgeschichte. Dank seines Sohnes Tim der aktuell beim Saarlandligisten VfL Primstal spielt , konnte dieses Kurzinterview in die Tat umgesetzt werden. Ein Dank geht also an jung und alt im Hause Roob.

Grüß dich Peter, du bist schon einige Jahre von Borussia weg, wie ist es dir in der Zwischenzeit ergangen?

Meine Fußballkarriere habe ich mit 43 Jahren endgültig beendet und bin seitdem Fußballrentner.

7879.neunkirchIm Internet findet man einige Zeitungsberichte von dir als Trainer in Namborn, dort warst du recht erfolgreich. Bist du noch als Trainer aktiv, denn aktuell findet man keinen Hinweis darauf?

Meine Trainertätigkeit begann ich mit 27 Jahren beim SV Hofeld, wo ich 10 Jahre erfolgreich als Spielertrainer gearbeitet habe. In dieser Zeit habe ich mit einer jungen motivierten Mannschaft 3 Meisterschaften feiern können. Anschließend war ich noch 4 Jahre Spielertrainer in Namborn (eine Meisterschaft) und danach noch zwei Jahre Trainer in Nohfelden.

Du bist 1977 vom SV Bliesen zur Borussia gewechselt. Bliesen war damals gerade aufgestiegen und erlebte in der Folge sehr erfolgreiche Jahre. Wie kam es zum Wechsel nach Neunkirchen?

Mich reizte die neue Herausforderung mit Perspektive auf die 2. Bundesliga, was wir auch mit dem Aufstieg in meinem 1. Jahr bei Borussia geschafft haben. Der 1. FC Saarbrücken mit dem damaligen Trainer Manni Kraft war ebenfalls an mir interessiert, habe mich letztendlich für Neunkirchen entschieden, weil ich hier eher die Möglichkeit sah, Stammspieler zu werden.

Wenn man heute auf eine Neunkircher Schule gehen würde und nach dem Lieblingsverein fragen würde, dann käme vermutlich Bayern oder Dortmund als Antwort. Wenn man lange genug sucht vielleicht noch Saarbrücken, wie war das zu deiner Zeit? Warst du vor deiner aktiven Zeit auch mal im Ellenfeld Spiele besuchen?

Als kleiner Junge war ich ein paar Mal mit meinem Vater im Ellenfeldstadion (30.000 Zuschauer). Diese Atmosphäre und die Heimatnähe hat mich letztendlich dazu bewogen diesen Schritt zu gehen.

Ihr seit in deiner ersten Saison souverän als Meister in die 2.Bundesliga aufgestiegen, wie war für dich das erste Jahr im Ellenfeld? War die Umstellung groß, wie hat dich die Mannschaft aufgenommen?

Ich war drei Jahre jüngster Spieler in der Mannschaft und von Beginn an Stammspieler. Umstellungsprobleme gab es nur in der Trainingsintensität, denn die Belastung hier war enorm groß.

Wie habt ihr damals den Aufstieg gefeiert?

Feuchtfröhlich!!!

Dietmar Conrad hat erzählt das Werner Martin gerne Spitznamen verteilte, so warst du wohl „Hansi Müller“. Wie kam es dazu?

Hatte eine Adduktorenzerrung und konnte ein halbes Jahr nicht mit rechts schießen, musste demnach des Öfteren den linken Fuß einsetzen. Bei einer Trainingseinheit hatten wir Schussübungen, wobei ich einen Ball mit links aus 30 Metern unhaltbar in den Winkel hämmerte. Da Hansi Müller ein begnadeter Linksfuß war, bekam ich anschließend von Werner Martin diesen „Spitznamen“, was natürlich als Kompliment zu werten war.

Was ist das Spiel von dem du sagst, das war mein bestes?

Karriereende 1999 beim SV Namborn, Peter Roob (Mitte)

Karriereende 1999 beim SV Namborn, Peter Roob (Mitte)

Kann ich heute nicht mehr sagen!

Stichwort Ellenfeld: Was ist das erste was dir dazu einfällt?

Tradition und Mythos, einfach nur saarländische Fußballgeschichte. Von der alten Zeit ist leider nicht mehr viel übrig, das Stadion ist renovierbedürftig, der frühere Glanz ist verblasst.

Danke für deine Zeit und Mühe…diel letzten Worte gehören dir, für Grüße, Lebensmottos oder ähnliches 😉

Das Leben ist ein Kampf – SIEGE !!!

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Bezirksligist mit großer Tradition – was aus Eintracht Bad Kreuznach wurde
21. Dezember 2013, 11:51
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Der Kreuznacher Fußball steht und fällt mit seinem Aushängeschild Eintracht Bad Kreuznach und das im wahrsten Sinne des Wortes. Dabei schaut der Traditionsverein dessen ältester Vorgängerverein der FC Kreuznach 02 ist auf eine bewegte Vereinsgeschichte zurück.Bad-Kreuznach-Eintracht-SG1902-2b Wie viele Vereine dieser Zeit wurde auch der FC Kreuznach von bürgerlichen Kaufleuten und Schülern einer Realschule im Juni 1902 gegründet und wie bei vielen anderen Vereinen auch, folgten in den nächsten Jahren zahlreiche Fusionen. So das es den Namen Eintracht Bad Kreuznach erst seit dem Jahre 1932 gibt. Zum ersten Mal überregional nahm man die Eintracht aber erst nach dem zweiten Weltkrieg wahr. 1949/50 gewinnen die Blauen die Landesligameisterschaft und dürfen damit in der Qualirunde zur Oberliga mitspielen. Eine Qualifikationsrunde die in Bad Kreuznach wahrscheinlich noch heute die Kinder erzählt bekommen. Im letzten Qualifikationsspiel verlieren die Hausherren gegen den FC Konz mit 0:1, alle Aufstiegsträume scheinen bitter geplatzt. Erst irgendwelche Unregelmäßigkeiten beim Gast lassen den Verband die Punkte nach Bad Kreuznach geben, die nun punktgleich mit den Sportfreunden Herford ein Entscheidungsspiel austragen müssen. Auf dem Koblenzer Oberwerth gibt es trotz Verlängerung keinen Sieger. So das sich eine Woche später erneut zwei Sonderzüge auf die Reise ans deutsche Eck machen und diesmal lässt die Eintracht vor 7.000 Zuschauern nichts anbrennen und besiegt die Gäste aus Hessen deutlich mit 5:1.

Die erste Oberligasaison beendet man auf Platz 11, direkt vor dem großen Nachbarn Mainz 05. In der Saison darauf trifft man dann auch zum ersten Mal in Punktspielen auf saarländische Vereine, die nun wieder zurück im deutschen Ligensystem sind. Für die Eintracht beginnt die Saison mit einem grandiosen 1:1 gegen den großen 1.FC Kaiserslautern, am Ende aber steht als Vorletzter der Abstieg fest. Erst 1954 kehrt man wieder zurück, 10 Jahre blieb am nun fester Bestandteil der Oberliga. Doch mit dem Abstieg 1963 beginnt der erste Absturz in der Vereinsgeschichte. Nach einigen erfolglosen Aufstiegsversuchen steigt man 1967  in die 2.Amateurliga ab, zahlreiche Mitglieder kehren dem Verein den Rücken zu und der direkte Wiederaufstieg wird mit Platz drei deutlich verpasst. Besser lief es dann in der Saison 68/69 als man als Tabellenerster die Qualifikation zur Amateuroberliga erreichte. Das Entscheidungsspiel auf neutralem Platz in Enkenbach gegen Neupotz wird beim Stande von 1:0 für Neupotz wegen Zuschauerausschreitungen abgebrochen. Die Punkte bekam Neupotz zugesprochen, Bad Kreuznach bleibt viertklassig und muß im Jahr darauf noch eine viel größere Kröte schlucken. Denn dank des Aufstiegs der SG SW Bad Kreuznach am Saisonende, ist die Eintracht zum ersten Mal seit Jahrzehnten nur noch die zweite Kraft in der eigenen Stadt.

kreuznach mannschaftVielleicht brauchte der Verein im Nachheinein dieses Ereigniss um sich neu zu berappeln, denn prompt gelingt in der Folgesaison 70/71 der Wiederaufstieg in die höchste Amateurklasse. Neu aufgestellt und mit starken Neuzugängen hätte es sogar fast für einen Durchmarsch gereicht. Doch Eisbachtal und Theley sollten dem Favoriten in der Quali zur Regionalliga ein Bein stellen. Ein Jahr später ließ man sich nicht mehr stoppen und feierte gemeinsam mit Ensdorf den Aufstieg in die Regionalliga. Kurzzeitig folgten gar Gerüchte um eine Fusion mit dem SV Alsenborn was 2.Bundesliga bedeutet hätte, doch der Präsident beendete alle Fusionsträume. Im Gegenteil der Verein setzte in seinem zweiten Jahr in der Regionalliga einen drauf und holte sich die Meisterschaft, sogar die Qualifikationsrunde wurde diesmal souverän gemeistert. Die Eintracht stand vor der größten Zeit ihrer Vereinsgeschichte: 2.Bundesliga.

kreuznach kicker

kicker Artikel

Die Gegner hießen nun nicht mehr Grün-Weiß Hochspeyer, SV Worms-Horcheim oder Gummi-Mayer Landau sondern 1860 München, 1.FC Nürnberg oder VfB Stuttgart. Der Start verlief verheißungsvoll nach einem Drittel der Saison stand man recht unverdächtig in der Tabelle, doch nach der Aufstiegseuphorie kehrte langsam der Alltag ins Möbiusstadion zurück und mit ihm ein böser Kater. Ab November verlor man von 17 Spielen 15 Stück, daran konnte auch ein Trainerwechsel zu Erwin Türk (vormals Borussentrainer) nichts ändern. Das schmale Budget schlug unbarmherzig zurück, am Ende der Saison 75/76 war die Nahestadt wieder in der Amateurliga angekommen. Der direkte Wiederaufstieg wurde mit zwei dritten Plätzen verpasst und mit Wiedereinführung der Oberliga Südwest war der Traum Profifußball endgültig zerschlagen. Gegen die ambitionierten Saar und Rheinland Vereine, die nun wieder die direkte Konkurrenz waren, wurden die sportlichen Ziele wieder andere. Sukzessive ging es wieder bergab und 1988 war dann erstmal Schluß mit der Oberliga, es folgte ein Niedergang bis in die Bezirksliga Nahe. Erst 19996 ging es wieder aufwärts, zur Milleniumssaison war die Eintracht wieder Oberligist.

Erfolgstrainer war mit Karl-Heinz-Halter ein ehemaliger Borussenspieler und Trainer, der in den nächsten Jahren desöfteren gehen und wieder kommen sollte. Die Eintracht entwickelte sich unter dem Hotelier Gojko Lončar zu einer Skandalnudel der Oberliga. Finanziell vermeintlich gut aufgestellt, spielte man in der Liga vernünftig mit, scheiterte aber immer wieder an den teils fragwürdigen Personalentscheidungen des fachfremden Vereinsmäzens. Als dieser dann 2006 sein Präsidentenamt abgab dauerte es nicht mehr lange bis die finanziellen Probleme ans Tageslicht kamen. Die Eintracht stand mal wieder vor dem Abgrund. Die Mannschaft zerfiel in der laufenden Runde, der Trainer ging freiwillig mit und die Spirale setzte sich in Gang. Abstieg aus der Oberliga, Tabellenletzter in der Verbandsliga, allerdings durfte man dennoch ein weiteres Jahr dranhängen weil zwei andere Vereine auf ihr Startrecht verzichteten. Kuriosum am Rande: der neuzusammengestellte Vorstand bestand aus ehemaligen Funktionären aus Waldalgesheim und Ingelheim, die schon vorher ihr einsteigen kundtaten. Trotz der Verpflichtung von sieben neuen Spielern ging es sportlich weiter in die Hose und der Abstieg war diesmal nicht zu vermeiden. Auch die Landesliga war nur Zwischenstation, denn finanziell wie personell ging es weiter drunter und drüber. Mit der Abwahl des Präsidenten durch den Aufsichsrat, der dann auch ein Insolvenzverfahren einleitete, war auch die Landesligazeit Geschichte, man spielte die Runde ordentlich zu Ende und verabschiedete sich in die Bezirksliga. Dort konnte man am letzten Spieltag den Wiederaufstieg feiern, doch nach einem erneuten Abstieg befindet sich die Mannschaft aktuell in der Bezirksliga wieder, wo man erneut um den Aufstieg spielt.

vom Salinental Stadion – zum Friedrich Moebus Stadion 

In der Frühphase des Vereins war das Salinental vor den Toren der Stadt die erste Heimat. Heute schlägt das Sportherz der Stadt an jenem Fleck. Ob Hockey, Tennis, Football oder Leichtathletik für alles finden sich dort Möglichkeiten, nur ein Stadion findet sich dort nirgends. Dafür bezog die Eintracht ab 1926 „die Heidenmauer“, erster Gegner damals die Offenbacher Kickers. 1930 mit dem Abzug der Franzosen aus dem Rheinland gab es sogar eine überdachte Tribüne für 500 Zuschauer. Die „Heidenmauer“ liegt nur unweit des heutigen Spielorts auf der anderen Seite der Nahe, dort finden sich mittlerweile diverse Schulen.kreuznach haupttribüne

Das Friedrich Moebus Stadion wurde 1965 mit einer Kapazität von 15.000 Zuschauern eröffnet. Zwischenzeitlich fanden sogar 20.000 Zuschauer Platz, heute sind noch 10.000 Plätze zugelassen. Grund ist die Renovierung des Stadions zur WM 2006. Die Stadt Bad Kreuznach wollte sich mit dem Stadion als Trainingsstätte bewerben, allerdings fand man keine Berücksichtigung. Namensgeber Friedrich Moebus war Diplom Ingenieur in der Stadt und hinterließ bei seinem Ableben einiges an Vermögen das mit der Auflage verbunden war, damit einen Rasenplatz zu finanzieren.

ehemalige Borussen im blauen Dress

  • Horst Kirsch – Bundesligalegende spielte zum Abschluß seiner aktiven Karriere von 73 – 76 in Bad Kreuznach. Er stand während der Zweitligaära der Nahestädter im Kasten.
  • Achim Melcher – der aus Sobernheim stammende Linksaußen/Halbstürmer spielte vor seiner Zeit im Ellenfeld (u.a. Bundesliga) ebenfalls in Bad Kreuznach
  • Karl-Heinz-Halter – war sowohl als Spieler als auch als Trainer für beide Teams im Einsatz
  • Erwin Türk – trainierte beide Teams

bekannteste Spieler des Vereins

  • Mathias Abel – Mainz 05, Schalke 04, HSV, 1.FC Kaiserslautern
  • Lothar Buchmann – legendärer Trainer im Südwesten trainierte u.a. Darmstadt, Stuttgart und Frankfurt
  • Andreas Buck – beendete seine Karriere 2004 bei der Eintracht, spielte zuvor für den SC Freiburg, FCK und VfB Stuttgart
  • Josef Rasselnberg – schoß 1934 das erste WM Qualispieltor der deutschen Geschichte
  • Jürgen Wilhelm – schoß gegen den FC Homburg 1983 das Tor des Jahres mit einem Seitfallzieher
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