Stahlwerk


Amateurfußball braucht Fans!
28. November 2013, 21:03
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GaSawebbannerfreiEine Losung die in den vergangenen Monaten von Göttingen aus, durchs ganze Land zog und zumindest bei Vereinen und Fans auf fruchtbaren Boden fällt. 43 Vereine und Supportergruppen haben sich bislang der Initiative angeschlossen. Von der Nordsee bis runter an den Bodensee, von Aachen bis nach Greifswald, die Problematik überzieht die komplette Republik. Egal ob Liga 5 oder noch viel tiefer, das Problem ist überall das gleiche…Ohne Zuschauer kein Geld, ohne Geld kein Fußball…zumindest wenn er ambitioniert sein soll. Aus der unsrigen Oberliga sind mit Idar-Oberstein, FK Pirmasens und der SG Betzdorf drei Vereine an der Aktion beteiligt. Von denen die beiden erstgenannten noch Magneten in der Zuschauergunst der Liga sind. Aktuell liegt der Zuschauerschnitt der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar bei 256 Zuschauern pro Heimspiel. Besonders auffällig die Vereine in eher ländlichen Strukturen geniessen kaum Aufmerksamkeit, so schafft der Aufsteiger aus Burgbrohl gerade mal 160 Zuschauer im Schnitt und das obwohl das erste Oberligajahr der Vereinsgeschichte zugleich der größte Moment der Vereinshistorie ist. Mehr kann man wohl nicht mehr dokumentieren welch Reiz diese Liga ausübt. Der saarländische Aufsteiger Hertha Wiesbach dagegen schlägt sich überdurchschnittlich und kann mit 406 Zuschauern im Schnitt, Platz zwei der Liga belegen. Allerdings muß man das Saarland in dem Falle etwas spezifisch betrachten. Als kleinstes Flächenbundesland bekommen Spiele unter rein saarländischer Beteiligung durchaus noch etwas mehr Aufmerksamkeit. So hatte die Hertha zum ersten Oberligaspiel der Vereinsgeschichte gegen Völklingen noch 700 Zuschauer, gegen Borussia 761. Anders dagegen sehen die Zahlen aus, wenn der Gegner aus dem benachbarten Rheinland-Pfalz kommt. So waren beim letzten Heimspiel der Wiesbacher gegen Betzdorf gerade mal 175 Zuschauer auf dem Sportplatz, gegen Tabellenführer Hauenstein gerade mal enttäuschende 280.

Spieltagsflyer

Spieltagsflyer

Damit wird auch deutlich wo die Probleme liegen. Nicht nur der Profifußball mit seinem zerstückelten Spieltagsterminen und ständigen Liveprogramm kosten Aufmerksamkeit. Sondern auch die Zusammenstellung der Liga kostet Attraktivität, gerade für Vereine wie Wiesbach oder in der Vergangenheit Halberg-Brebach oder Köllerbach stellt sich die Frage welch Sinn ein Aufstieg für sie noch macht. Eine Liga tiefer in der Saarlandliga kann man mit Sicherheit dank zahlreicher Derbys mehr Zuschauer begrüßen, bei weniger Kosten. Die Oberliga hingegen kann letztlich nur allein mit sportlichen Argumenten reizen, was bei Etats die am Ende auf Naht genäht sind nur wenig Reiz ausübt. Der normale Fußballzuschauer vor Ort, hat eben keine Verbindung zu Vereinen wie Betzdorf, Roßbach oder Gonsenheim und dank nicht vorhandener medialer Aufmerksamkeit wird sich daran auch nichts ändern. Somit könnte sich in ferner Zukunft die Oberliga auch von ganz alleine erledigen. Allein die Verantwortlichen des Verbandes scheinen die Lage noch immer nicht begriffen zu haben, aber auch für die Vereine gilt, endlich zu handeln und gemeinsam darauf aufmerksam zu machen das der Weg den der höherklassige Amateurfußball eingeschlagen hat, eine Sackgasse ist.

Die Initiative „Glotze Aus, Stadion An“ wird sich übrigens im Januar auf dem Fankongress in Berlin präsentieren und für ihre Sache werben, denn im Rahmen dieses Treffens wird es auch zentral um diese Thematik gehen. 

nachfolgend eine kleine Statistik die ich bei transfermarkt.de gefunden habe, alle Zahlen auch im Bericht stammen von transfermarkt.de

  • Oberliga Südwest – 256 Zuschauer im Schnitt
  • Oberliga Baden Württemberg –  426 Zuschauer im Schnitt
  • Oberliga NOFV Nord – 300 Zuschauer im Schnitt
  • Schleswig – Holstein Liga – 251 Zuschauer im Schnitt
  • Oberliga Niedersachsen – 244 Zuschauer im Schnitt
  • Oberliga Hamburg – 229 Zuschauer im Schnitt
  • Hessenliga – 226 Zuschauer im Schnitt
  • Oberliga NOFV Süd – 196 Zuschauer im Schnitt
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