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Doch woher kommt auf einmal der sportliche Erfolg? Die Wandlung der SVE unter Dietmar Hirsch
14. Oktober 2013, 15:36
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Es war schon überraschend als Jens Kiefer am 5.Spieltag sein Traineramt niederlegte. Noch überraschender war die Verpflichtung von Dietmar Hirsch als neuen Trainer. Seitdem kommt man aus dem staunen nicht mehr heraus…Elversberg besiegt den Primus RB Leipzig und gewinnt auch gegen stark eingeschätzte Wehener. Es scheint so als wäre die SVE in der neuen Liga angekommen. Doch woher kommt auf einmal der sportliche Erfolg? Ein Text aus Elversberger Feder…dafür nochmals Danke

Der aktuelle sportliche Höhenflug setzte in der Tat erst mit der Verpflichtung von Dietmar Hirsch ein. Eine durchaus interessante Frage, warum dies so ist, zumal Hirsch keinerlei Erfahrung als Trainer einer Profimannschaft vorweisen konnte, als er verpflichtet wurde.
Jens Kiefer hinterließ eine intakte Mannschaft, sowohl was den Fitnesszustand der Spieler als auch die Kameradschaft innerhalb des Teams anbelangt. Stimmen diese beiden Komponenten nicht, hat es auch jeder neue Trainer schwer.

Jens Kiefer setzte aus sportlicher Überzeugung und gleichzeitiger Loyalität auf einigen Schlüsselpositionen auf Spieler „seiner“ Aufstiegsmannschaft (z.B. Jungwirth, Reiß). Dies führte dazu, dass die Mannschaft insbesondere im Zentrum zu langsam wirkte bzw. die notwendige Schnelligkeit fehlte – in der Dritten Liga aber unabdingbar, um erfolgreich Fußball zu spielen. So spielte die Mannschaft unter Kiefer oftmals gut mit, am Ende fehlten aber Kleinigkeiten.

Nach dem Kiefer-Rücktritt wurde das Team im Heimspiel gegen Preußen Münster (2:2) von Manager Benschneider und Co-Trainer Dressel betreut. In dieser Partie spielte Lukas Billick erstmals nicht auf seiner angestammten Position in der Vierer-Abwehrkette, sondern auf der 6 – also als Abfangjäger vor der Abwehr und als Bindeglied Richtung Dreier-Mittelfeld. Dieser Positionswechsel von Bilick war der erste Schritt zur Besserung. Für Billick rückte Iouta in die Vier-Abwehrkette, der zu Saisonbeginn noch Rückstände im körperlichen Bereich hatte und erste eine Woche zuvor in Halle erstmals auflaufen durfte. Und genau wie Billick entwickelte sich auch Iouta zu einem unverzichtbaren Stammspieler.

Dietmar Hirsch perfektionierte in seinem ersten Spiel als Trainer in Burghausen (erster Saisonsieg am 7. Spieltag, 1:0) diese Defensivvariante. Dort spielte Hirsch nämlich erstmals mit einer „Doppelsechs“ vor der Viererabwehrkette – und zwar mit Lukas Billick und Muhittin Bastürk, die beide seitdem auf dieser Position gesetzt sind.

Dietmar Hirsch geht unvoreingenommen und vollkommen neutral an seine neue Aufgabe heran. Für ihn spielen Faktoren, was z.B. letzte Saison war etc., keine Rolle. Er arbeitet absolut perfektionistisch, schaut sich jeden kommenden Gegner mehrmals auf Video an (seine Co-Trainer auch), dann wird beratschlagt, mit welcher Taktik bzw. mit welchen Spielern der Gegner am ehesten zu besiegen ist. Hirsch ist ehrgeizig und will jedes Spiel gewinnen. Zumal er neu im Trainergeschäft ist, sieht in Elversberg seine große Chance, sich als Trainer einen Namen zu machen.

Die akribische Vorbereitung auf den jeweils kommenden Gegner hat dazu geführt, dass Hirsch junge Spieler wie Kyereh und Cissé aus dem Hut zauberte(beide 19)  – Spieler, die dynamisch und schnell sind und sein Spielsystem verinnerlicht haben. Beide kommen auf zentraler Position im Mittelfeld zum Einsatz, wobei immer nur einer von Beiden spielt. Dazu müssen etablierte Spieler auf die Bank (Gallego, Grimm) oder sitzen nur auf der Tribüne (Zimmermann).

Wenn man jetzt zusammen fassen möchte, was den Erfolg ausmacht, seitdem Dietmar Hirsch Trainer ist, würde ich folgende Aspekte nennen:

  • Mit Bernard Iouta und den gesetzten Timo Wenzel und Marc Gross in der Viererabwehrkette (Chris Wolf als viertes Glied hat sich gegen Duisburg leider den Knöchel gebrochen und fällt für zwei Monate aus) sowie Billick und Bastürk auf der Doppelsechs hat die Defensive extrem an Stabilität gewonnen. Gab es in den ersten fünf Spielen noch 9 Gegentore, waren es in den letzten 6 Spielen nur noch 3 Gegentore. Mit aktuell nur 12 Gegentoren hat die SVE die drittbeste Abwehr der Liga.
  • Da Hirsch seit Amtsantritt auf ein 4-2-3-1 – System setzt, hat die gesamte Mannschaft an Stabilität und Sicherheit gewonnen. Was auf den ersten Blick wie eine „defensive“ Aufstellung ausschaut, ist bei genauerer Betrachtung genau das Gegenteil. Billick spielt neben Bastürk meist den offensiveren Part und stößt immer wieder nach vorne und unterstützt das ohnehin schon sehr offensiv ausgerichtete Mittelfeld (Salem links und Rohracker rechts zählen meiner Meinung nach zu einer der besten Flügelzangen der Liga, dazu kommen mit Kyereh oder Cissé zwei spiel- und laufstarke Jungs).
  • Es ist aber nicht nur das Spielsystem, das die Spieler verinnerlicht haben müssen, sondern auch die Art und Weise, wie Hirsch Fussball spielen lässt: Hirsch spielt meist ein aggressives Pressing und fordert, dass jeder Spieler auf jeder Position aggressiv gegen den Ball arbeitet – das heißt soviel, dass der Gegenspieler, der im Ballbesitz ist, sofort angegangen und unter Druck gesetzt wird, damit man den Gegner zu Fehlern zwingt. Diese Spielweise, die bereits bei Felix Luz im Angriff beginnt, erfordert eine hohe Laufbereitschaft, Zweikampfstärke und ein gewisses taktisches Verständnis.

Ergebnis der aufgeführten Aspekte: Unter Dietmar Hirsch gab es aus den sechs Spielen, in denen er Trainer ist, fünf Siege (= 15 Punkte) bei einem Torverhältnis von 8:3

der Lebenslauf von Dietmar Hirsch

  • Gelernter Verwaltungsfachangestellter
  • Ehemaliger Bundesligaspieler: Borussia Mönchengladbach, MSV Duisburg, SpVgg Unterhaching, Hansa Rostock
    • 196 Spiele in der 1. Bundesliga
    • 57 Spiele in der 2. Bundesliga
  • Bis Juni 2009 Spieler beim VfB Lübeck und von Juli 2008 bis Dezember 2009 Sportlicher Leiter und Leiter der Geschäftsstelle beim VfB Lübeck
  • Inhaber der DFB-Trainer A-Lizenz
  • Studium zum Sportmanager (mit Zertifikat)
  • Studium zum Sportfachwirt (mit Abschluss vor der IHK)
  • Privates
    • verheiratet
    • 2 Kinder

Mit Felix Luz hat das Team einen bundesligaerfahrenen Mann in seinen Reihen. Auf den Außen sind sie sehr quirlig besetzt. Die Elversberger wissen wie sie ihre Stärken einsetzen können“,

MSV Duisburg trifft auf Favoritenschreck SV Elversberg | WAZ.de – Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/sport/fussball/msv/msv-duisburg-trifft-auf-favoritenschreck-sv-elversberg-id8525150.html#plx1145465654

„Der Trainer macht uns vor jedem Spiel so heiß, das hab ich noch nicht erlebt“, sagte Mittelfeldspieler Milad Salem

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