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die vergessen Grounds des Saargebiets – Teil II
29. September 2013, 19:38
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Eingangsbereich zum Stadion

Eingangsbereich zum Stadion

Freundlich scheint der Himmel an diesem frühherbstlichen Sonntag über Ensdorf. Nicht nur die neben gelegene Halde erinnert an vergangene Tage des Saargebiets, auch das „Glück-auf-Stadion“ hat schon bessere Zeiten gesehen. Ein älterer Mann auf seinem Campingstuhl schwelgt in Erinnerungen. Erzählt vom nebenliegenden Hartplatz, von Spielern die noch aus dem Ort kamen, von der Erfolgsgeschichte des FC Ensdorf. Zum heutigen A-Kreisklassederby gegen den alten Rivalen aus Schwalbach finden sich lediglich Freundinnen, Bekannte und Eltern ein. Nur eine handvoll rüstiger Rentner ist übrig geblieben von den goldenen Zeiten des Ensdorfer Fußballs.

Im vergangenen Jahr feierte der Fußballclub sein 100.jähriges Bestehen. Ähnlich zu vielen anderen saarländischen Clubs hatte man auch in Ensdorf seine große Zeit nach dem zweiten Weltkrieg und mit dem einläuten des Profifußballs. Zwischen 1947 und 1951 spielte die Mannschaft in der Ehrenliga Saarland. Im Jahre 1963 gelang der Aufstieg in die nunmehr Amateurliga Saarland genannte Spielklasse. Mit einer fast ausschließlich aus Eigengewächsen bestehenden Mannschaft wurde der FC Ensdorf 1973 Meister der Amateurliga und stieg in die zweitklassige Regionalliga Südwest auf. Hier trafen die Westsaarländer auf Traditionsvereine wie den 1.FC Saarbrücken, Borussia Neunkirchen, SV Alsenborn, Wormatia Worms, Mainz 05 oder Südwest Ludwigshafen.

da lacht das Herz

da lacht das Herz

Chancenlos mit nur einem Sieg musste man die Liga nach einem Jahr wieder verlassen. Wichtiger Unterstützer jener Zeit war die örtliche Grube. Über Praktikas konnte man Spieler für den örtlichen Fußballclub gewinnen und zugleich deren finanzielle Vergütung verschleiern. Doch der Erfolg forderte auch bessere Rahmenbedingungen ein. Der Hartplatz hatte ausgedient, ein Rasenplatz musste her und mit ihm erschaffte man zugleich das heutige „Glück-auf-Stadion“. In Eigenleistung und finanziert von der Grube wurden Stehränge rund ums Spielfeld angelegt, dazu bekam der Platz eine Flutlichtanlage für Abendspiele und eine damals übliche Anzeigentafel.

Nach dem Abstieg verpasste man 1978 die Qualifikation für die Amateur-Oberliga Südwest. Als Meister der Verbandsliga Saarland stiegen die Ensdorfer in die Oberliga auf, erreichte aber nur Mittelfeldpositionen. Im Jahre 1982 gewann der FC Ensdorf durch einen 1:0-Sieg über den SV Elversberg den Saarlandpokal. Der Abstieg im Jahre 1983 konnte noch auf Anhieb korrigiert werden. Nach dem erneuten Abstieg im Jahre 1985 verabschiedete sich der Verein vom höherklassigen Fußball. Mit der Grube ging auch die Zukunft und so feierte man traurigerweise sein 100.jähriges in der Kreisliga A. Der Hartplatz dient nur noch als Trainingsplatz und die einstigen Umkleidekabinen findet man heute in der nahegelegenen Mehrzweckhalle. Das Derby gegen die dritte Mannschaft aus Schwalbach endete letztlich 2:2. Die Rentner haben sich damit abgefunden…

als wenn die Zeit stehengeblieben wäre

als wenn die Zeit stehengeblieben wäre

Der FC Ensdorf nahm zwei Mal am DFB-Pokal teil. In der Saison 1976/77 in der ersten Runde nach einer 0:1-Niederlage beim SC Victoria Hamburg aus. 1982/83 scheiterten die Ensdorfer in der ersten Runde mit 1:3 zu Hause gegen Union Solingen.

Auch im Nachwuchsbereich konnte der FC Ensdorf Erfolge feiern. So nahm die B-Jugend drei Mal an den Deutschen Meisterschaften teil. 1981 erreichte die Mannschaft das Viertelfinale, wo sie gegen Eintracht Frankfurt ausschied. Dagegen schieden die Ensdorfer 1982 und 1984 jeweils im Achtelfinale aus. 1991 erreichte die A-Jugend den DFB-Junioren-Vereinspokal.

Nur 1994 war das „Glück-auf Stadion“ einmal Endspielort des Saarlandpokals. Vor 2.200 Zuschauern gewann Großrosseln gegen den FV Saarwellingen. url

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