Stahlwerk


Punktgewinn dank überragenden Sebastian Flauss…
8. September 2013, 15:07
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Welch eine Vergangenheit umweht dieses Spiel, noch vor Gründung der Bundesliga prägten beide Clubs die höchste Spielklasse im Südwesten Deutschlands. Vier Jahre hintereinander von ´59 bis ´62 machten beide Clubs die Meisterschaft unter sich aus. „Die Klub“ stellte zu jener Zeit einige Nationalspieler, die Borussenelf jener Jahre war vielleicht die beste der Vereinsgeschichte. Spiele waren Ereignisse, die abertausende in den Bann zogen. Ein paar Jahrzehnte später, einige Illusionen weniger, gaben sich gestern ganze 732 Zuschauer das Derby und das an einem bundesligafreien Wochenende. Wie heißt es so schön in einem Lied „Oberliga tut weh…! Immerhin stellte Borussia als Gastverein einen recht stattlichen Teil der Zuschauer, wirklich trösten will aber auch der Gedanke nicht.

Dabei hatte die gestrige Partie durchaus ihren sportlichen Reiz. Für beide Teams ging es darum einen Schritt nach oben in der Tabelle zu machen, die kleine Euphorie im Umfeld weiterzuzünden. Am Ende aber wollte keines der beiden Lager so richtig jubeln, zu sehr war man damit beschäftigt das unentschieden einzuordnen.

Vorallem auf Borussenseite sorgten die Verpflichtungen der letzten Wochen für einiges an Erwartungen. Besonders der Transfer von Markus Schmitt torpediert die Mannschaft in den Augen nicht weniger, zu einem ganz klaren Meisterschaftsanwärter. Entsprechend gab es einige die gestern ziemlich enttäuscht die Husterhöhe verliessen. Dabei setzte Ferner zu Beginn erstmal auf die erfolgreiche Elf der vergangenen Wochen. Doch im Vergleich zum letzten Heimspiel konnte man kaum Akzente setzen, machte sich selbst das Spiel kaputt. Zu durchschaubar und zu wenig strukturiert war das Spiel der Schwarz-Weissen. So gut wie jeder Angriffsversuch ging über die rechte Seite, Spielverlagerungen waren kaum auszumachen. Dabei war es Benny Früh der mit einem Einwurf die erste Chance der Borussenelf in die Wege leitete. Kirchen aber scheiterte mit seinem Kopfball an Steigelmann. Borussia schaffte es einfach nicht, dass Spiel breit zumachen, Räume zu erschaffen, Kombinationsfußball zu erzeugen. Stattdessen produzierte man durch klein-klein, unnötige und leichtfertige Ballverluste. N`Ganvala zu Saisonbeginn einer der Leistungsträger im Team, stand gestern komplett neben sich und war in Hälfte eins eher ein Problem für die eigene Mannschaft.

der günstigste Stehplatz der Liga

der günstigste Stehplatz der Liga

Aber nicht nur N´Ganvala war weit weg von seinem Leistungsvermögen, insgesamt konnte die Mannschaft zu keinem Zeitpunkt überzeugen. Defensiv ließen vorallem die Mittelfeldspieler den nötigen Druck vermissen und sorgten so immer wieder dafür das die Abwehr vor große Probleme gestellt wurde. Im Angriff machte sich bemerkbar das dem Personal die gemeinsame Vorbereitung fehlt, die Abstimmung und die Laufwege sind einfach noch nicht da. Das letztlich Pirmasens kein Kapital aus dem schlechten Spiel der Borussia schlagen konnte, lag einzig und allein an Sebastian Flauss. Der 24jährige Franzose der nicht immer unumstritten war, ist in dieser Saison bisher der große Rückhalt. Auch gestern wieder hielt er überragend und brachte im 1:1 seine Gegenspieler zur Weißglut.

Zur Halbzeit dann brachte Dieter Ferner Markus Schmitt, der allerdings erst so richtig in die Partie fand als Yacine Hedjilen in der 62.Minute für Kirchen ins Spiel kam. Hedjilen suchte endlich den Weg über die Außen, ging auch mal bis zur Grundlinie und zog damit die Pfälzer Hintermannschaft auseinander und siehe da die Innenverteidigung der Pirmasenser wirkte nun alles andere als sattelfest. Leider aber fehlte nun die letzte Konsequenz beim letzten Pass oder beim Torabschluß, sicherlich auch ein Indiz für die immer müder wirkende Borussenmannschaft. Dennoch zeigte Schmitt die Ansätze eines Torvorbereiters, der mit dem Ball am Fuß auch einige Meter in höchstem Tempo gehen kann. Bleibt zu hoffen das er schnell die Abstimmung mit Hajdarovic findet.

Fazit: Pirmasens vergab zwei Punkte, Borussia konnte sich dank Sebastian Flauss dem besten Mann auf dem Platz über einen Punktgewinn freuen. Spielerisch und kämpferisch aber bleibt noch ganz viel Luft nach oben. Nun trifft man im nächsten Heimspiel auf die SV Gonsenheim, wo es gilt den einen Punkt zu vergolden, auch um das Umfeld bei Laune zu halten. Andernfalls könnte auf die kleine Euphorie ganz schnell Ernüchterung folgen.

  • Der gut gefüllte Gästeblock zeigte gestern wieder deutliche Fahnenpräsenz und machte mit seinen Gesängen aus einem Auswärtsspiel ein Heimspiel.
  • ein Gewinner der gestrigen Partie war sicher Yacine Hedjilen der einiges an Bewegung ins Spiel brachte, ihm wäre mal zu gönnen das der Knoten endlich platzt.
  • Hajdarovic und das Pirmasenser Publikum demonstrierten bei seiner Auswechslung deutlich ihre gegenseitige Abneigung…
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