Stahlwerk


DFB Pokal? da war doch was…
Jirasek im Tor

Borussentorhüter Jirasek hat den Ball sicher

Am Wochenende startet der DFB-Pokal, einmal mehr ohne den schwarz-weissen Traditionsverein. Aber die Pokalgeschichte auf nationaler Ebene ist eh recht überschaubar und dennoch sicherlich demnächst ein Text Wert. Einen Erfolg aber gab es, den Finaleinzug 1959. Bis heute gilt es als einst der uninteressantesten Finals der Pokalgeschichte. Bild Pokal, Ausriss

Am 27.Dezember 1959 trafen im Kasseler Auestadion der damalige Lackschuhverein ETB Schwarz- Weiss-Essen auf den Arbeiterverein Borussia Neunkirchen. Was nach einer spannenden Paarung klingt, war im Rest von Fußballdeutschland eher ein Gähner. Borussia war zu jener Zeit eher regional eine große Nummer und auch Schwarz-Weiss-Essen schaffte erst vor der Runde wieder den Aufstieg in die Oberliga West. Hinzu kam das damals das Endspiel noch am Jahresende ausgetragen wurde und mit dem 27.Dezember hatte man kein wirklich glückliches Los getroffen. Selbst vom DFB – Vorstand war niemand erschienen. Borussia setzte sich im Halbfinale zu Hause 2:1 gegen den VfR Mannheim durch, der seinerseits damals süddeutscher Pokalsieger war. Das Endspiel war recht schnell eine einseitige Angelegenheit. ETB war nach dem 2:1 Halbfinalsieg gegen den Hamburger SV der Favorit. Beide Teams begannen stürmisch, wollten unbedingt das erste Tor. Besonders Essen tat sich schwer mit der „Ziehharmonika Taktik“ ( Alle vor, Alle zurück) der Borussia. Aber mit der 1:0 Pausenführung für Essen und dem schnellen zweiten Tor war die Partie gelaufen. 5:2 hieß es am Schluß…

Rummel mit dem 1:0...

Rummel mit dem 1:0…

Aufstellung Borussia Neunkirchen: Jirasek – Frisch, Schreier – Leist, Lauck, Harig – Follmann, Meurer, Ernser, Dörrenbächer, Ringel

ein paar Stimmen zum Spiel:

kicker: Die bedenklichsten Schwächen zeigten sich freilich in der Essener Deckung. Obwohl die Neunkirchener wahrhaftig keinen Wundersturm auf dem Feld hatten, mussten es die Essener zulassen, dass die Borussen eine ganze Reihe hübscher Torchancen fabrizierten. Und wenn Dörrenbächer nicht so ein Umstandskrämer gewesen wäre, ja, wenn sein gewaltiger Lattenschuss in der 25. Minute um einige Zentimeter tiefer eingeschlagen hätte – wer weiß wie die Dinge dann gelaufen wären.

kicker: Bleiben wir dem, was in Kassel geschah, in einem Pokal-Endspiel, dass bestenfalls Oberligadurchschnitt besaß und dem zu allem Überfluss auch während der zweiten Hälfte jede Spannung fehlte. (…) Borussia Neunkirchen hatte seine Chancen während der ersten 45 Minuten vertan. Während dieser Phase blies ein überaus starker Wind in den Rücken der Saarländer. Sie nutzten diese Unterstützung zu gefährlichen Schüssen aus dem Hinterhalt.

kicker: Die Neunkirchener zogen im Mittelfeld durch ihre besten drei Spieler, den zähen Harig, den fleißigen Leist und den umsichtigen Meurer, ein Spiel von biderer Handwerklichkeit auf. Das genügte, um zusammen mit dem agilen Follmann, dem wuchtigen Emser, dem allerdings viel zu schwerfälligen Dörrenbächer und dem nicht die erwartete Wirkung erzielenden Ringel die Essener in schwere Bedrängnis zu bringen.

Bernd Oles, der Trainer von Borussia Neunkirchen: „Bei Halbzeit hätten wir 3:1 führen müssen. Dann wäre Ruhe in die Elf gekommen, das Spiel anders gelaufen. Ich verstehe auch nicht, weshalb der Schiedsrichter unser Tor aberkannte. Der dritte Essener Treffer war zudem abseits, und als Lauck wegen seiner Prellung am Fuß ausfiel, war nichts mehr zu machen.“

ETB Abwehrspieler Heinz Ingenbold: „In den letzten 10 Minuten haben wir uns sogar die Frechheit erlauben können, es nur mit dem linken Fuß zu versuchen“

DFB Spielauschuss-Vorsitzender Hans Körfer: „Schwarz-Weiß ist eine Mannschaft mit Zukunft. Welches Tempo diese Jungen vorlegten und wie sie ihre Tore machten! Neunkirchen war zu verspielt, zu umständlich. Sehr gut Küppers. Wenn sich Rummel technisch verbessert, kann er seinen Weg machen.“

Georg Gawliczek, Co-Trainer der Nationalmannschaft unter Sepp Herberger: „Ein Spiel ohne großes Format. Obwohl der Sieg so klar ausfiel, hatte ich in der ersten Halbzeit den Eindruck, dass Essen zu schlagen gewesen wäre. Die Neunkirchener versäumten es, ihre klaren Chancen auszunutzen. Die Essener Mannschaft hat eine prächtige Leistung in der zweiten Hälfte geboten, vor allem in der Spritzigkeit ihres Angriffspiels.“

Advertisements
Kommentare deaktiviert für DFB Pokal? da war doch was…





Kommentare sind geschlossen.



%d Bloggern gefällt das: