Stahlwerk


500 Kilometer nur für dich…
16. Mai 2013, 21:35
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Das gestern sind die Spiele die ich liebe, nach denen ich schon suche sobald die grobe Terminierung feststeht, unter der Woche schön weit weg. Klingt völlig unlogisch, aber ich bin nicht der einzige der da so bekloppt ist. Da hat sich schon ein kleiner Stamm herausgebildet, frei nach dem Motto wenn es schon keine Spiele gibt, wo man um 6 Uhr morgens los muß, dann wenigstens diese kleinen Herausforderungen im sonst gewohnten Oberligaalltag. Also um drei von der Schaff nach Hause, kurz nen Kaffee runtergestürzt, dabei umgezogen und ab nach Primstal wo ich dann zugestiegen bin. Wie zu erwarten bei solch einem „Freundschaftsspiel“ am Ende der Saison hielt sich die Besucherzahl mit 120 Zuschauern in Grenzen. Sogar den einheimischen Fanblock (Siegpiraten) vom letzten Jahr gibt es noch, allerdings hat sich der Schwerpunkt von Fahnen und Gesängen aufs Biertrinken verlagert. Mit 15, 16 darf man eigentlich noch etwas mehr Motivation erwarten.

Diese erhoffte man sich auch von der eigenen Mannschaft, die lediglich mit drei Ersatzspielern anrückte, aber vielmehr passen wohl auch nicht in die üblich gewordene Anreisemöglichkeit. Zum wiederholten Male musste der Pritschenwagen herhalten, sozusagen von der Baustelle direkt zum Spiel. Naja wenns nur aus Imagegründen wäre, wäre es wohl auch noch ganz lustig, vielleicht sollte mal der auch gestern wieder nicht anwesende Vorstand oder Aufsichtsrat so anreisen. Vielleicht merkt man dann, dass das bei einer so weiten Strecke eher suboptimal zur Vorbereitung auf ein Oberligaspiel ist. Supoptimal waren auch die Möglichkeiten für den Trainer der auf Frank, N´Ganvala, Mohammed und Abdullei verzichten musste, Stelletta fehlt ja bekanntlich aus Verletzungsgründen. So dürften dann in dieser Saison gefühlt alle Aufstellungsmöglichkeiten mal genutzt wurden sein. Aufstellung:  Wiener – Cullmann, Fuhs, Becker, Forkel – Dafi – Hedjilen Marino, Karaoglan, Kizmaz – Krauß. Das Spiel begann für Borussia gar nicht so schlecht, die Abwehr rückte bis kurz vor die Mittellinie auf und schaffte es so den Hausherren einen vernünftigen Spielaufbau zu zerstören. Problematisch war allerdings die eigene Offensive die weder sonderlich Positionstreu war, noch irgendeine Abstimmung erkennen ließ. So waren Chancen rar gesät und eher ein Zufallsprodukt, aber immerhin unter den Umständen konnte man auch damit schon zufrieden sein. So hatte Yacine eine gute Möglichkeit die aber der Innenverteidiger gut störte, Forkel noch einen Distanzschuß aus 20 Metern der an den Aussenpfosten knallte. Nach 30 Minuten sollte sich das Spiel aber grundlegend ändern, Betzdorf wechselte den vor der Saison von den Sportfreunden Siegen gekommenen Saidi aus und brachte mit Fation Foniq einen neuen Stürmer. Diese Maßnahme sorgte für mehr Belebung bei den Hausherren, die jetzt deutlich mehr Druck aufbauten und damit Borussia mehr und mehr nach hintendrängen konnten. Gerade die Räume zwischen den einzelnen Mannschaftsteilen passten jetzt gar nicht mehr, die vorher noch hochstehenden Aussenverteidiger wurden jetzt gedoppelt und konnten kaum noch Akzente nach vorne setzen, wo Krauß allein auf weiter Flur stand. Geordneter Spielaufbau Fehlanzeige so das sich Karaoglan mehrmals den Ball am eigenen Strafraum abholen musste, ohne aber ausreichend Unterstützung durch das restliche Mittelfeld zu bekommen. Einzig die Tatsache das Betzdorf zu kompliziert agierte, statt einfachen direktfussball zu spielen bewahrte die Mannschaft vor einem Rückstand.

Auch nach dem Pausentee änderte sich nicht viel an dem Spiel. Betzdorf war spielbestimmend aber harmlos, bis Sebastian Land Nutznießer eines Torwartfehlers wurde. Eine hohe Hereingabe konnte Wiener nicht entschlossen genug klären und schon sah es einmal mehr so aus, als würde man jetzt als verdienter Verlierer vom Platz gehen. Dazu gesellten sich eins, zwei haarige Situationen wo man zumindest von übertriebener Härte hätte sprechen können, doch der Schiedsrichter vertrat eine recht lockere Linie, so das es nun etwas rauer und damit auch hitziger auf und neben dem Platz wurde. Immerhin die Mannschaft schien sich so langsam über den Kampf wieder ins Spiel zufinden, als dann Matthias Krauß noch nach gutem Zuspiel schön in den Strafraum eindrang, seinen Körper gut einsetzte und zum eins zu eins einnetzte sah die Welt nur noch halb so schlimm aus. Allerdings sorgte jetzt auch das Publikum dafür das es hektisch auf dem Platz wurde, immerhin Borussia entdeckte wieder die Leidenschaft und versuchte in den restlichen Minuten nochmal alles um die drei Punkte mitzuholen. So hatte Karaoglan nochmal eine gute Einschußmöglichkeit, brachte aber keinen Druck mehr hinter den Ball. Natürlich ergaben sich dadurch für die Hausherren einige gute Kontermöglichkeiten die man entweder halbherzig ausspielte oder durch taktische Fouls schnell bendet wurden. Entsprechend blieb es dann bei einer insgesamt gerechten Punkteteilung, denn auch wenn Betzdorf mehr vom Spiel hatte, die bessere Mannschaft waren sie heute auch nicht.

 

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