Stahlwerk


Sehnsucht nach Stunde null
14. Mai 2013, 18:47
Filed under: All, Artikel

Eigentlich wollt ich ja in diesem Text über andere Vereine berichten und darüber wie sie mit der Krise umgehen, aber nachdem dann ungefähr die Hälfte stand hab ich gemerkt das es nicht so ist wie ich mir das vorstelle, also alles nochmal neu und nochmal anders. Insofern gibt es jetzt den Versuch u.a. mit Beispielen einige Überlegungen anzustellen wie man vielleicht auch in Neunkirchen wieder bessere oder zumindest wieder ruhigere Zeiten ansteuern könnte. Wohl gemerkt das sind Gedanken, wahrscheinlich nicht immer ausgereift und nicht ganz bis zum Ende gedacht, denn ohne wirklichen Überblick oder Einblick ist manches vielleicht nur eine Spinnerei, Träumerei oder auch Wunschdenken. Die Motivation zu dem Text ist eigentlich ganz einfach, ich kann dieses ewige Gejammer von Enttäuschung und Frustration und letztlich der Abkehr nicht mehr hören und lesen. Natürlich die gibt es hier seit Monaten auch, ohne Zweifel, aber den Gedanken sich vom Verein abzuwenden, den will ich noch nicht mal denken. Nicht weil ich trotzig bin oder ein Dickschädel, sondern weil es mein Verständniss von Verein nicht hergibt. Der Verein ist für mich das Ellenfeld, das sind all die Ehrenamtlichen, die ohne Erwähnung ihre Zeit und manchmal sogar ihr Geld in selbigen stecken, all die Menschen mit denen ich Samstag für Samstag auf den Tribünen oder Sportplätzen stehe, mit denen ich schon geweint und gelacht habe. All die Erinnerungen die bekanntlich meist rosarot gefärbt sind. Man kann es eigentlich gar nicht beschreiben was der Verein ist, nehmt das 100 Jahre Buch oder das Ellenfeld Buch und ihr wisst was ich meine…

Ja es läuft ne Menge scheisse und ja es kotzt an und frustriert, aber verdammt sind wir es nicht irgendwo auch selber schuld? Wir haben uns als Mitglieder unserer eigenen Rechte beraubt, es wäre doch schon mal ein Anfang selbige zurückzufordern. Dann könnten wir wieder direkt und selbstbestimmen wer den Verein führt…kein so schlechter Gedanke oder? Und machen wir es uns nicht alle zu leicht wenn wir uns hinstellen und maulen, aber am Ende auch irgendwie null dazubeitragen das sich etwas ändert? Geht nicht? Doch geht, aber irgendwer müsste halt mal einen Anfang machen, als kleines Beispiel ein Blick nach Wuppertal, die Parallelen beider Vereine sind gar nicht soweit hergeholt…dort aber hat man eine Initiative 2.0 ins Leben gerufen. Warum nicht auch solch ein Bündniss in Neunkirchen, mit Mitgliedern des Vereins, Bürgern der Stadt, Politikern, Unternehmern und und und…warum aufgeben, wenn man doch drum kämpfen kann? Warum soll es nicht möglich sein sowas auch hier zu schaffen, trauen wir uns selbst oder dem neben uns wirklich so wenig zu? Wahrscheinlich müssten wir alle über einen Schatten springen, aber warum soll sich der Sprung nicht lohnen?

Borussia ist und bleibt ein Aushängeschild der Stadt, ob das irgendjemand wünscht oder nicht ist völlig egal. Ohne den Verein wäre man eine kleine saarländische Provinzstadt so unbedeutend in Deutschland wie z.B. St.Ingbert, aber dank des Fussballs kennt man Neunkirchen eben, ob in München, Hamburg, dem Ruhrpott oder in Leipzig. Insofern sollte auch die Stadt ein Interesse an seinem Aushängeschild haben. Allerdings und das sei manchem Borussen in sein Muttiheft geschrieben, ist Zusammenarbeit eben keine Einbahnstrasse. Im Laufe der Jahre dürfte man sich viele Symphatien verspielt haben und manch einem Lokalpolitiker mag der Fussball auch egal sein, aber in solchen Fällen sollen konstruktive Gespräche gar nicht so unnützlich sein. Denn Borussia hat etwas zu bieten, Aufmerksamkeit und die kann bei positiven Schlagzeilen und sportlich besseren Tagen ganz schnell ganz groß sein. Meiner Meinung nach wäre es eine Win-win Situation für beide, Borussia könnte vom Netzwerk der Stadt profitieren und andersrum würden sich sicherlich auch Möglichkeiten finden das die Stadt den ein oder anderen Vorteil daraus ziehn könnte.

Aber und so ehrlich muß man dann wohl auch selbst sein, dafür muß der Verein in Vorleistung gehen. Niemand weder der Unternehmer noch der Politiker hat Interesse an einem abgewirtschafteten Verein. Genau da könnte so eine Initiative ganz nützlich sein um verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen, ein Synergieeffekt wäre sicherlich auch wieder ein aktiveres und lebhafteres Vereinsleben. Baustellen zum austoben sind reichlich vorhanden ob im Marketing, der Presse und Öffentlichkeitsarbeit, im sportlichen Bereich der 2.Mannschaft oder in der Nachwuchsabteilung. In Wuppertal wünscht man sich eine Stunde null und genau diese wünsche ich mir für Borussia, denn was haben wir noch zu verlieren? Wir wollen unseren Verein, dann lasst ihn auch wieder zu UNSEREM werden, so wie wir ihn uns wünschen…Liebenswert, Erfolgreich, Selbstbewusst…

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2 Kommentare so far
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Keine Sorge die Angst haben wir zwei nicht exklusiv, die haben noch viele andere auch…und im Moment dürfte die Zahl jeden Tag größer werden…

Kommentar von Nicky

Dieser Beitrag ist einer der besten, die du verfasst hast und gibt mir die gewissheit, dass ich nicht allein Angst um diesen verein habe…..Für mich ist allein schon frustrierend jedesmal die schon 1000 Mal getätigte Aussage über den „minimalem Rahmen des Budjets“ lesen zu müssen. das wird auch bei anderen Vereinen und Spielern gelesen, die sich dann ein Bild machen, das der Borussia schadet. Am letzten Samstag habe ich mit Einem geplaudert, der die Borussia vor Jahren verließ und noch immer glaubt, die Borussia in- und auswendig zu kennen. Ihn auf das Gerücht angesprochen, dass ev. Hajdarovic zurückkommt, meinte er nur, „Die Borussia hat doch kein Geld!!“- Er hat also die Borussia einfach reduziert auf „KEIN GELD!!“, Die Tradition der Borussia spielt für ihn keine Rolle mehr. Kein Wunder, das Image, das sich die Borussia gegeben hat, ist schlechter als das der anderen Traditionsvereinen des Saarlandes.

Kommentar von willibald




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