Stahlwerk


Eine Entwicklung die man nicht gutheißen kann…
28. November 2012, 19:26
Filed under: All

Was der FC Bayern in der vergangenen Woche bekanntgab ist schlichtweg der Wahnsinn. So gab es einen Rekordumsatz von 332,2 Millionen Euro, einen Gewinn nach Steuern von 11,1 Millionen und auch der Eigenkapitalbetrag von 278,2 Millionen Euro ist rekordverdächtig. Zahlen die für den Laien und nicht nur für den, nicht mehr nachvollziehbar sind. Da schmerzen selbst 40 Millionen für einen Einkauf von Martinez wenig. Klar das bei solchen Summen selbst ein Uli Hoeneß seine guten Vorsätze vergisst und bereit ist den einst von ihm titulierten „Wahnsinn“ mitzumachen. Neid ist trotzdem nicht angebracht, auch nicht auf einen Frank Ribery der im Monat fast eine Million Euro verdient. Nachfrage bestimmt den Preis, so lautet nunmal die goldene Regel der „freien Marktwirtschaft“. Wenn man also was kritisieren wollte, dann wohl diese Regel.

Nun kann man ja von freier Marktwirtschaft halten was mal will, aber im Sport sollte vielleicht mal hinterfragt werden ob dies so funktionieren kann oder ob nicht auf lange Sicht der Sport damit beerdigt wird. Denn es ist ja nicht so als ob der FC Bayern der einzigste Verein in Deutschland wäre der seriös geführt wird, aber dank seiner jahrelangen Vorherrschaft die er sich natürlich erarbeitet hat, hat er auch einen immensen Vorteil gegenüber der Konkurrenz. Egal wie clever und seriös Vereine wie der SC Freiburg oder Wormatia Worms arbeiten, sie haben keine Chance jemals in die Regionen vorzustoßen wo ein FC Bayern steht. Dafür verantwortlich sind zu einem nicht unerheblichen Teil auch die Bayern selbst, gehörten die Verantwortlichen doch zu den Wortführern als es um die Gründung der DFL ging und darum wie Fernsehgelder verteilt werden. Wo es früher bei dem Thema um Welten solidarischer zuging, greift heute der FC Bayern mit Abstand den größten Teil des Kuchens ab und verschafft sich somit immer einen gewissen Vorteil gegenüber der Konkurrenz.

Mal ganz davon zu schweigen das man in einer Stadt wie München einen erheblichen Standortvorteil gegenüber Vereinen wie Regensburg, Worms oder Freiburg geniesst. Das beginnt bei der Sponsorengewinnung (weit mehr Industrie und Firmen) geht über das Einzugsgebiet, bis hin zur Infrastruktur. Schon von daher sind die Wettbewerbsvorraussetzungen ganz andere. Wenn man also einen fairen Wettbewerb herstellen wollte, müssten auch diese Punkte bei der Verteilung der Gelder berücksichtigt werden. Da das nicht geschieht entwickelt sich schon seit der Gründung der DFL mehr und mehr eine Spirale, an deren Ende wohl Vereine wie der FC Bayern oder Borussia Dortmund sich den Ast selbst absägen auf dem sie sitzen. Denn für die Konkurrenz wird die Lücke und der Druck immer größer. Wer mal Meister werden will braucht ein Wunder wie die Lautrer 1997 oder eben Jahr für Jahr den internationalen Wettbewerb. Wer sich in der ersten Liga etablieren will, braucht ein Stadion mit Businesslogen und einer gewissen Zuschauerkapazität und mindestens das Glück sich sportlich, zwei bis drei Jahre halten zu können um aufzuschließen an die Vereine im Mittelfeld der Liga. Und so könnte man das fortsetzen bis runter in die Oberliga.

Welche andere Wahl haben also die Vereine als auf Risiko zu gehen? Fast keine…zumal die meisten Proficlubs ja keine Vereine im herkömmlichen Sinne mehr sind. So überlegt man auch beim Vfl Osnabrück aktuell die Profimannschaft auszugliedern um so Anteile an der neuen Gmbh, AG oder welch Konstrukt man am Ende auch immer wählen wird zu veräußern. Wie schief das gehen kann sieht man aktuell bei 1860 München, wo man sich mehr oder weniger einem Scheich ausgeliefert hat. Nun hat man das Problem nicht mehr selbst bestimmen zu dürfen und die Hand abhacken die einen füttert und ein Überleben sichert wird schwierig? Aber 1860 ist da ja nur ein prominentes Beispiel von vielen, ein Blick nach England zeigt die Abhängigkeit von Oligarchen, Scheichs, Gönnern und Mäzenen. Da wechseln die Besitzer öfter wie mach einer seine Unterhose.

Eine Entwicklung die man nicht gut heißen kann, siehe Viktoria Köln wo der neue Chef des Vereins nur so mit der Kohle um sich schmeißt, was aber passiert wenn er darauf keinen Bock mehr hat, kann man bei Germania Windeck nachfragen, den Verein subventionierte er vor der Viktoria. Solche Konstrukte haben keine Zukunft, auch nicht in Elversberg und auch in Neunkirchen sollte man kritisch bleiben was die Entwicklung angeht. Ohne irgendjemanden böse Absichten unterstellen zu wollen, ist Fakt das der 1.Vorsitzende auch zugleich Hauptsponsor des Vereins ist und das ist eine Mischung die nicht gerade vertrauenserweckend daherkommt. Um so wichtiger wäre eine kritische Mitgliederschaft die das Wohl des Vereins im Auge behält und nicht nur als Abnickkulisse ohne Rechte fungiert, aber zu diesen u.a. Themen werd ich sicherlich noch bei passender Gelegenheit meinen Senf abgeben.

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