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Wirges im Blick…
21. November 2012, 16:52
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Wenn es am Wochenende zum Aufeinandertreffen zwischen Borussia Neunkirchen und der Spvgg Wirges kommt, werden die Zuschauer in den Genuß eines echten Oberligaklassikers kommen. Erst seit 1972 gibt es den Verein wie man ihn heute kennt, entstanden aus der Fusion insgesamt dreier Vereine. Das erste Aufeinandertreffen gab es schon 1979 noch in der damaligen drittklassigen Oberliga, Borussia gewann das Spiel mit 2:0. 1998 kehrte Wirges nach einigen Jahren als Fahrstuhlmannschaft endgültig wieder zurück in die Oberliga, seitdem gibt es das Spiel mit Ausnahme des Regionalligaausflugs der Borussia in Dauerschleife. Was für die Einen wohl eine bittere Erkenntniss, dürfte für die Gäste mittlerweile ein echter Erfolg sein. Immerhin die 15. Oberligasaison in Folge für den kleinen Ort aus dem Westerwald, dessen gesamte Verbandsgemeinde gerade mal schlappe 5000 Einwohner hat.

Dabei sind die Zeiten der Spvgg EGC Wirges schon lange vorbei, als man sich ein teures Team mit Regionalliga-Ambitionen leistete. Trainer Hansi Pörtner, Vorgänger und Nachfolger von Stefan Ruthenbeck, lag mit dem Fußballlehrer gedanklich stets auf einer Linie. Sie beschränk(t)en sich auf das Machbare und bau(t)en vor allem Nachwuchskräfte aus dem eigenen Verein und der näheren Umgebung in die Mannschaft ein. Dabei nahm man im Westerwald ganz bewußt in Kauf, dass es in der Oberliga nicht mehr zu Spitzenplätzen oder gar Titelambitionen reichen wird, vielmehr kämpfte man in den letzten Jahren erfolgreich um den Klassenerhalt. Auch in diesem Jahr ist sich der Trainer der Schwere der Aufgabe bewußt. „Es wird für uns in der neuen Saison nicht einfacher, denn die Mannschaft wird im Altersdurchschnitt noch einmal um zwei Jahre jünger“.

Erneut sollen vor allem junge Akteure aus tieferen Klassen den Abgang von sechs Spielern kompensieren, darunter die Leistungsträger Lukas Haubrich und Yuri Pineker. Haubrich wollte man keine Steine in den Weg legen bei seinem Wechsel zum Regionalligisten TuS Koblenz. Wo er sich dank seiner Beidfüßigkeit zum Allrounder entwickelte und mittlerweile den Sprung in die Stammelf geschafft hat. Bei Pineker der zur SG Mülheim-Kärlich wechselte verzichtete Pörtner freiwillig auf dessen Verbleib. Schon die Vorbereitungsphase auf die Saison verlief alles andere als optimal. Die Testspielergebnisse waren wenig überzeugend, dazu weilten noch einige Spieler im Urlaub und schnell kristallisierte sich raus das man die beiden Abgänge nicht wird ersetzen können. Mit weitreichenden Folgen, „Von dem System, das wir im vergangenen Jahr gespielt haben, müssen wir uns verabschieden. Positionen müssen neu besetzt, Laufwege neu einstudiert werden.“ so der erfahrene Trainer.

Wie von Pörtner schon vorrausgesagt tat sich die Mannschaft die ersten Spiele schwer, konnte dann aber am vierten Spieltag den ersten Dreier in Gonsenheim einfahren. Nach einem weiteren Punkt im „Kerwespiel“ gegen Salmrohr schien die Mannschaft endlich in der Liga angekommen zu sein. Doch was folgte war die Ernüchterung, fünf Spiele in Folge blieb man ohne jeden Punktgewinn. Mangelndes Zweikampfverhalten, Konzentrationsmängel in Form von Abspielfehlern, späten Gegentreffern und unnötige Hektik bei eigenen Aktionen wurden als Gründe ausgemacht. Das Gegenkonzept lautete vermehrt Einzelgespräche und ein zwischenzeitlicher Systemwechsel, der aber verpuffte. Ausgerechnet Hauenstein sollte den vorläufige Wendepunkt markieren, mit einem achtbaren 0:0 wurde der Bock erneut umgestoßen. Seitdem ist man im Westerwald viermal ungeschlagen, gewann davon gar drei Partien mit der beeindruckenden Torstatistik von 11:2.

  • mittlerweile hat Wirges noch zwei weitere gestandene Spieler nachverpflichtet. Zum einen Alassane Quédraogo, 32 Jahre alt rechter Mittelfeldspieler der 62 mal für die Nationalmannschaft von Burkina Faso spielte und beim 1.FC Köln in der 2.Bundesliga zum Einsatz kam und zum anderen Stefan Szymczak, 28 Jahre, Linksaußen, Rückkehrer, der allerdings durch eine Verletzung aktuell ausfällt. .
  • Die Leistungsträger der Mannschaft sind sicherlich Christian Meinert, der 20jährige Abwehrspieler glänzt durch gefährliche Standards, legte bisher viermal auf und machte ein Tor selbst. Im Sturm hat sich mittlerweile eine Duo herausgebildet was immer besser harmoniert. Lars Bohm mit sieben Toren ist der aktuell treffsicherste Spieler der Blau-Weissen, sein kongenialer Partner ist Daniel Bode der nach einigen Verletzungsproblemen den Sprung zurück in die Stammelf schaffte. Für den Spielaufbau und als rechte Hand des Trainers auf dem Platz ist der 37jährige Routinier Arjan Dervishaj zuständig, er soll mit seiner Erfahrung als Sechser das Spiel lenken.

4-4-2 Formation

Die nebenstehende Grafik zeigt eine 4-4-2 Formation, mit der Aufstellung des letzten Spiels gegen Mechterheim. Schon der Begriff Formation soll verdeutlichen das es sich nicht um die Taktik handelt, sondern lediglich um die ungefähre Positionierung der Spieler. Die Taktik und letztlich die Frage wie das 4-4-2 umgesetzt wird, wird dadurch entschieden wie der Trainer das Spiel angehen möchte. Darauf Einfluss haben viele Faktoren so das man kaum vorhersagen kann wie die Mannschaft im Ellenfeld auftritt. Sicher ist lediglich das Hansi Pörtner das System mit einer „flachen Vier“ bevorzugt. Flache Vier heißt dabei nichts anderes als das man defensiv mit zwei Viererketten oder auch Riegeln agiert. Offensiv sieht dann die Ausrichtung vermutlich wie die nebenstehende Grafik aus. Die Besonderheit der „Flachen Vier“ findet sich im Mittelfeld. Direkt vor dem Abwehrzentrum befinden sich zwei defensive Mittelfeldspieler. Mit Spieler 7 und 10 befinden sich im Mittelfeld zwei Flügelspieler, was fehlt ist der Spielmacher. Um diese Lücke zu schließen ist es die Aufgabe von einem der beiden Stürmer sich ins vordere Mittelfeld zurückfallen zu lassen und als weitere Anspielstation zu dienen. Ottmar Hitzfeld erfand dafür den Begriff „Wandspieler“.

Beim 4-4-2 mit „Flacher Vier“ wird eine sehr starke doppelte Abwehrwand aufgebaut, die es ermöglicht, auf den Außenbahnen Gegner zu doppeln und das Zentrum zu schließen. Bereits im Mittelfeld können die Gegner auf den Flügeln attackiert werden. Passwege lassen sich leichter zustellen. Die „Flache Vier“ deshalb als rein defensiv zu bezeichnen, wäre zu einfach. In der Offensive liegen die Stärken eindeutig auf den Flügelpositionen. Sowohl die Außenverteidiger, als auch zwei Mittelfeldspieler (außen) sorgen für mächtig Druck auf den Außenbahnen. So kann ein Außenverteidiger über den Flügel angreifen und der entsprechende Mittelfeldspieler auf seiner Seite sofort defensiv absichern. Von den beiden zentralen Mittelfeldspieler (8 + 6) übernimmt einer den offensiven und der andere Spieler den defensiven Part. Dadurch wird die Lücke zu den beiden Stürmern weiter geschlossen. Das große Problem in dieser Formation, ist die große Lücke zwischen Mittelfeld und Angriff. Bei Ballbesitz und bei Ballverlust gilt es, diesen Raum schnell zu schließen. Außerdem fehlt ein Spielmacher und dadurch ist das zentrale offensive Mittelfeld sehr dünn besetzt. Die Kreativität entwickelt sich hauptsächlich über die Flügel.

Was heißt das jetzt konkret für die „Ferner Elf“? Dank des sehr flexiblen 4-2-3-1- erstmal nicht viel, denn mit dieser Aufstellung ist man im Gegensatz zum Gegner nicht zu sehr auf die Außen festgelegt. Im Gegenteil gerade Spieler wie Krauß oder Karaoglan die immer wieder gerne invers spielen, (also von Außen in die Mitte ziehen) dürften sich bei schnellen Umschaltspiel über viel Raum erfreuen. Das Kunststück dürfte dabei sein die Wirgeser im richtigen Raum zu pressen um diese Lücken auch nutzen zu können. Vorallem das Zentrum ist ja die Schwachstelle bei einem „flachen“ 4-4-2, so das vorallem die Sechser entscheidend sein werden beim Spielaufbau. Für Dieter Ferner dürfte es diesmal die Qual der Wahl geben…never change a winning team oder doch umbauen und Stelletta wieder zurück ins Team holen. Doch wen auswechseln konnten doch alle Offensivspieler letzte Woche überzeugen. Vielleicht wäre ja ein Kompromiss die Ideallösung. Warum nicht die Offensive so lassen und Stelletta dafür auf der Sechs bringen? Eine Maßnahme die noch mehr Flexibilität im Zentrum erzeugen würde.

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