Stahlwerk


starker Auftritt bei Kaffee und Kuchen
18. November 2012, 18:01
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Spiele in Elversberg sind in aller Regel an Grausamkeit nicht zu überbieten. Was für einen selbst der Höhepunkt der Woche, erscheint im Stadionumfeld der SVE nur eine absolute Randerscheinung. Neben zwei viel belebten Tankstellen, erwecken auch die samstäglich florierenden Supermärkte neben der Kaiserlinde alles andere als Fußballatmosphäre. Die viel befahrene Hauptstrasse mit ihrem Blumenverkäufern am Strassenrand, gibt dem Bild den endgültig passenden Rahmen. Mit dem viel deklarierten Derby hat das hier nichts zu tun. Eher erinnern die Gastspiele gegen die zweite Mannschaft, an das stochern in einer offenen Wunde.

Während die einen vom hohen Roß herunterlächeln über den Absturz des Traditionsvereins, dem sportlichen Niedergang der sich in dieser Paarung zementiert, demonstrieren die Anderen geradezu ihre Leidensfähigkeit und zeigen dem „kleinen “ Nachbarn den gestreckten Mittelfinger. So abgedroschen der Satz sein mag, erlebt man ihn in Elversberg alljährlich: Tradition läßt sich nicht kaufen. Was der Regionalligist als Spitzenreiter seiner Liga an Zuschauern akquiriert, bringt Borussia locker mal am Samstagnachmittag in der Oberliga mit. So war auch gestern wieder der Großteil des Publikums auf Neunkircher Seite.

Aus sportlicher Sicht sprachen alle Vorzeichen für ein enges Spiel. Fraglich war lediglich ob Peter Eiden´s Truppe Verstärkung aus der ersten Mannschaft erhalten würde, was nicht der Fall war. Auf Neunkircher Seite war vor Spielbeginn schon abzusehen das Pascal Stelletta ausfiel, entsprechend stellte Dieter Ferner seine Mannschaft um. Karaoglan agierte in der Mitte, flankiert von Krauß und Kizmaz, Abdullei als einzige Spitze. Die „Ferner Elf“ agierte von Beginn an frech nach vorne, stellte sich nicht abwartend hinten rein, sondern suchte über Zweikämpfe den Zugriff aufs Spiel. Das sollte ihr von Minute zu Minute besser gelingen, hilfreich dabei das Offensivpressing, dass man so oft nur aus den Schlußphasen der Spiele kannte. Pressing und Balleroberung nutzen aber wenig, wenn dann nicht auch das Umschaltspiel optimal betrieben wird.

Bei Ballverlusten gibt es immer eine kurzzeitige Unordnung im Abwehrverhalten, die man nur dann ausnutzen kann wenn man mit hoher Konzentration schnell agiert. In der Vergangenheit wirkte es oft so als würde man eben diese Konzentration nach Balleroberung drosseln, was sich dann an schlechten Zuspielen bemerkbar macht, was automatisch zu schnellen Ballverlusten führt und dich somit in das Problem der ungeordneten Abwehr stürzt. Die andere Variante ist das Tempo rauszunehmen was dem Gegner natürlich die Möglichkeit gibt sich neuzuordnen, was auch oft zu beobachten war.

Wenn allerdings wie gestern alle Mitspieler mitziehen und entsprechend gedankenschnell agieren, ist es für eine Abwehr fast nicht zu verteidigen. Siehe das erste Tor, Frank gewinnt an der Mittellinie den entscheidenden Zweikampf, spielt auf Karaoglan, der passt sofort durch die Schnittstelle der Abwehr, auf den schon losgelaufenen Krauß der nur noch cool zum 1:0 einschieben brauch. Das zweite Tor, nur drei Minuten später war fast noch schöner. Dafi gewinnt den Ball erneut an der Mittellinie und leitet die Kombination mit einem Zuspiel nach rechts auf Forkel ein. Dieser spielt weiter auf Krauß der einen Pass an der gesamten Abwehr vorbei spielt, der mitgelaufene Kizmaz braucht nur noch zu vollenden 2:0. Das drei zu null macht dann Karaoglan nach weiten Abschlag von Flauss mit einem Heber gleich selbst. Innerhalb von sechs Minuten war die SVE mehr oder weniger geschlagen. Danach nahm Borussia verständlicherweise etwas das Risiko raus, ohne aber Elversberg in Spielfluss kommen zu lassen.

3:0 zur Halbzeit da war klar das die Hausherren jetzt mehr machen müssen. Ein Freistoß aus dem Halbfeld  und Dio Parlapoco macht schon zwei Minuten nach Wiederanpfiff per Kopf das 1:3. Das Glück ist einfach nicht hold im Moment. Danach übernimmt die SVE erwartungsgemäß das Geschehen, ohne aber aus dem Ballbesitz etwas zählbares zu machen. In der 60. Minute dann ein Dejavú, wie das 1:3 so auch diesmal eine Flanke auf Dio Parlapoco und der per Kopf zum Anschlußtreffer, wieder stimmte die Zuordnung nicht. Elversberg setzte jetzt auf mehr Risiko, spielte hinten nur noch zu dritt und gab jetzt Platz zu kontern. Die erste Möglichkeit vergab der schwache Abdullei mit einem unglaublich schwachen Passversuch, bei der zweiten zeigte der heute überragende Krauß seine ganze Schnelligkeit und verwandelte zum erlösenden 2:4. Die letzte Viertelstunde wollte dann wohl der bis dahin recht ordentliche Schiri nochmal ins Blickfeld rücken, erst wurden eins, zwei Situationen wegen angeblichen abseits abgepfiffen und dann eine Schwalbe von Scherschel gegeben die ein glattes Rot verdient gehabt hätte. Gott sei Dank bewahrheite sich mal wieder die alte Fußballerregel vom Gefoulten der selbst schießt.

  • bis auf die Viertelstunde, 20 Minuten nach Wiederanpfiff als man sich hinten reindrängen ließ, ein sehr gutes Spiel der Mannschaft. Die Offensivabteilung hat endlich mal die Durchschlagskraft gezeigt die man ihr in den vergangenen Wochen immer wieder abgesprochen hat. Bis auf den schwachen Abdullei trafen alle Offensivspieler, vorallem Krauß krönte seine starke Leistung mit seinem Doppelpack und einer Torvorlage. Insgesamt kann man aber nur schwerlich jemanden herausheben war es doch eine geschlossen starke Mannschaftsleistung.
  • Cirka 20 Neunkircher sparten sich ihr Eintrittsgeld und verfolgten das Spiel lieber bei Kaffee und Kuchen auf dem Supermarktparkplatz :-), wo man auch die beste Sicht hatte.
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