Stahlwerk


Die zwei Gesichter der Ferner Elf
11. November 2012, 14:59
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Das Spielergebniss war bekanntlich auch mein Tipergebniss beim Facebook Tipspiel, aber ehrlich gestanden war da eher der Wunsch Vater des Gedanken. Dennoch hatte ich heute das Gefühl ich müsste mal anders zum Spiel fahren, statt wie sonst immer über Ottweiler, ging es diesmal über Stennweiler und Schiffweiler nach Neunkirchen. Es lebe der Aberglaube…:-) Schon bei der Parkplatzsuche zeigte sich dann das heute kein allzugroßer Zuschauerbesuch zu erwarten war, entsprechend die Minuskulisse der Saison. Zumindest blieb noch Zeit für einen längeren Plausch mit einem mir unbekannten Herren. Auf den Weg zum Bierstand konnte man dann im Rund nur noch die allertreusten Seelen ausmachen. Das Wetter wird wohl auch noch eine Rolle gespielt haben.

Die Aufstellung verblüffte ein wenig, Kizmaz weiterhin draußen dafür Krauß an seiner Stelle, ansonsten gewohnt das Fernerische System. Betzdorf mit eineinhalb Stürmern, agierte aber wie die Heimmannschaft erstmal vorsichtig. Es sollte zwanzig Minuten dauern bis Borussia als erste Mannschaft die Initiative im Spiel übernahm. Nach einer Ecke kommt Forkel an den Ball und zieht einfach mal ab, doch Klappert kriegt die Fäuste rechtzeitig hoch, trotdem ein guter Versuch. Danach Borussia weiter bemüht, aber Betzdorf zeigte was man der Mannschaft nachsagt, sehr diszipliniertes, taktisches Verhalten. Gekonnt stellte man die Räume zu und unterband so fast jedes Offensivspiel, zumal Borussia zu pomadig am Ball und zu statisch im Spiel ohne Ball wirkte. So stellte man die Gäste kaum mal vor Probleme. Es war zwar Einsatz zu sehen, aber weniger die Idee und die Entschlossenheit, dann kam was in dieser Sasion wohl kommen muß. 45. Minute, langer Ball in die Spitze Becker versucht zu klären, aber sieht entweder sein Gegenspieler nicht oder was auch immer, schießt ihn auf jeden Fall an und der Torjäger dieser Saison Hammel macht das 1:0 für die Gäste. So ziemlich der beschissenste Zeitpunkt für ein Gegentor.

Zur Halbzeitpause fragte sich jetzt jeder wie wird Ferner reagieren, wird Kizmaz ins Spiel kommen? Nein, Kizmaz durfte sich wie der Rest der Bank erstmal warm machen gehen. Auch die Gäste aus dem Westerwald verzichteten vorerst auf Veränderungen und spielten ihren Stiefel weiter runter. David Becker der gestern einen rabenschwarzen Tag hatte, hätte beinahe für die Vorentscheidung gesorgt. Nach einem Klärungsversuch landete sein Ball leichtfertig beim Gegner, wodurch Sven Baldus mit viel Zeit und Platz allein vor Flauss auftauchte, der den unplazierten Schuß Gott sei Dank entschärfen konnte. Zuviel für Dieter Ferner der nach dieser Aktion Becker vom Platz holte und dafür Abdul Kizmaz einwechselte. Der orientierte sich gleich nach vorne als zweite Spitze, Dafi übernahm die Position in der Innenverteidigung.

Als wäre der Wechsel die Erlaubniss zum angreifen kam sofort neues Leben in die Mannschaft und schon den ersten Angriff leitete Kizmaz mit ein. Er spielte den Ball auf den gewohnt sehr offensiven Forkel der auch gestern wieder viel Betrieb über seine rechte Seite machte, der flankte butterweich auf Stelletta, Kopfball, Tor. Kurz darauf die nächste Chance, Abdullei legt den Ball mehr oder weniger vor, Karaoglan zieht aus knapp 20m ab, doch wieder kann Klappert halten. Zwei Minuten später Eckball von Forkel, Klappert im Betzdorfer Tor unterläuft den Ball sagenhaft und Frank steht goldrichtig 2:1. Was war denn jetzt los? Eine Stunde plätscherte das Spiel vor sich hin und dann dreht man das Spiel in vier Minuten! Und wieder muß man die Frage stellen warum nicht gleich so? Warum diese abwartende Haltung in einem Heimspiel? Liegt es am Ende wirklich am System? Als hätte man sie von der Kette gelassen…Gestern wirkte es augenscheinlich so und auch das war nicht zum ersten Mal zu beobachten in dieser Saison. Eine ganz andere Borussenmannschaft stand jetzt auf dem Platz, die neben dem Einsatz, jetzt auch leidenschaftlichen nach vorne spielte.

Gästetrainer Günter Borr der unter der Woche angekündigt hatte was aus dem Ellenfeld mitnehmen zu wollen, reagierte prompt auf den Rückstand. Mit Enes Cimen wechselte er einen dritten Stürmer ein, doch seine Mannschaft schien beeindruckt. Zwar versuchte sie nochmal ins Spiel reinzukommen, aber das Selbstbewußtsein war augenscheinlich weg. Borussia gewann jetzt fast jeden Zweikampf. Die große Chance zur Entscheidung hatte dann Abdullei. Stelletta schickte mit einem gewagten Pass Krauß auf die Reise, der nahm Tempo auf und gewann dank seiner Schnelligkeit in dieser Szene das Laufduell. Ein Blick, der Pass in die Mitte und Abdullei setzt das Ding an den Pfosten, ungläubiges Kopfschütteln. Für die Entscheidung zwei Minuten vor Schluß sorgte dann wieder der Franzose, nach einem langen Ball von Krauß, verschätzt sich der Abwehrspieler und Stelletta vollendet mit einem gefühlvollen Heber über den herauseilenden Torwart. Der bisher einzige Sieg mit zwei Toren Differenz datiert vom 5.Spieltag als man ebenfalls mit 3:1 in Köllerbach gewann. Am Ende aufgrund der zweiten Halbzeit ein verdienter Sieg, den sich die Mannschaft redlich verdient hat.

  • Spieler des Tages dürfte zweifelsohne Pascal Stelletta mit seinen zwei Toren sein, allerdings nicht nur wegen diesen. So schwang er sich nach der Umstellung der Mannschaft zum Spielmacher auf, der an fast allen wichtigen Szenen beteiligt war.
  • Es wirkt für den Zuschauer unerklärlich das man scheinbar ständig einen Rückstand braucht um ins Spiel zu finden. Von aussen lässt sich schwer beurteilen ob dieses abwartende Verhalten Strategie des Trainers ist oder ob die Mannschaft wirklich ein Problem mit diesem System hat…darüber lässt sich nur spekulieren. Es fällt aber auf das die Mannschaft nach Umstellungen jedesmal wie ausgewechselt wirkt. Sie wirkt sicherer in ihrem gesamten Spiel, die Ballverluste halten sich im Rahmen, der Spielaufbau wirkt strukturierter und Chancen ergeben sich nicht nur, sondern sie werden herausgespielt.
  • Ein Thema was von Verband und Vereinen beim nächsten Treffen ganz hoch auf die Agenda gehört sind die Schiedsrichter. Was da teilweise für Leistungen gezeigt werden das ist abenteuerlich, auch der gestrige Schiri wirkte teilweise überfordert und ließ keine klare Linie erkennen, obwohl das Spiel alles andere als unfair war. Nicht nur in eins, zwei Situationen lag der Mann völlig daneben. Da hilft es auch nicht weiter, wenn die Linienrichter genauso unerfahren an der Seitenlinie sind, denn auch das war gestern ein Kapitel für sich. Vielleicht sollte man überlegen ob man die Schirigespanne mehr mischt, sprich jungen Schiris erfahrene Linienrichter zur Seite stellt und andersrum.
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