Stahlwerk


Legende ohne Ende – die BSG Wismut Gera
6. November 2012, 18:11
Filed under: DDR Fußball | Schlagwörter: , , ,

Eigentlich sollte die nächste Folge die „Geschichte des Leipziger Fussballs“ sein, die ist auch in der Mache aber aktuell fühl ich mich da etwas überfordert, weil ich einfach nicht weiß wie ich diese viele Geschichte verpacken soll, dass es zum einen nicht zu grau und trocken wird und andernseits der Historie gerecht wird. Mal schauen wie sich das die nächste Zeit entwickelt. Gestern oder für die meisten heute gab es ja die Geschichte mit den Spielern aus der Regionalliga zu lesen, was mich dann auf Idee brachte den aktuellen Verein unseren einstigen Spielers Ronny Scholze etwas genauer zu betrachten. Womit dann der Kreis zur „DDR Fußball“ Historie wieder geschlossen wäre. 

Die Entstehung des Vereinsnamen

Die BSG Wismut Gera hat wie so viele Vereine des Ostens reichlich Namendropping zu bieten. 1922 entstand aus einer Fusion zwischen der Allgemeinen Turngemeinde Gera und dem 1. VfR Gera ein neuer Verein namens SpVgg Gera 04. Am 27. November 1936 schloss sich der SC Concordia Gera-Reuß dem Verein an, der von da an unter dem Namen SV Gera 04 antrat. Dieser machte mit seiner Fußballmannschaft durch die Teilnahme an der Gauliga überregional auf sich aufmerksam. Der SV Gera wurde nach dem Zweiten Weltkrieg im Laufe des Jahres 1945 wie alle Sportvereine in der Sowjetischen Besatzungszone endgültig aufgelöst. Zur Weiterführung des Sportbetriebs gründete sich daraufhin die lose organisierte Sportgemeinschaft Gera-Pforten, die 1949 in die Betriebssportgemeinschaft Gera-Süd überführt wurde. Am 7. Oktober 1950 fusionierte die BSG mit der BSG RFT Gera zur BSG Mechanik Gera. Im Zuge der Einführung der zentralen Sportvereinigungen erfolgte zum 1. Mai 1951 eine Umbenennung in BSG Motor Gera. Am 29. März 1953 wurde die BSG von der SDAG Wismut als neuem Trägerbetrieb übernommen und nahm daraufhin den Namen Wismut Gera an.

Erstmalig überregional trat der SV Gera 04 in Erscheinung, als er in der Zeit von 1939 bis 1943 in der Gauliga Mitte, der damals höchsten deutschen Fußball-Spielklasse, spielte. Er erreichte bereits in seiner ersten Saison 1939/40 mit Rang vier seine beste Platzierung. Die SG Gera-Pforten beteiligte sich 1948/49 an der Thüringer Fußball-Meisterschaft und belegte in der Staffel 1 unter acht Mannschaften den 5. Platz. Die Nachfolgegemeinschaft SG Gera-Süd beteiligte sich 1949 am ostzonalen Pokalwettbewerb und erreichte das erste FDGB Pokalendspiel. Dort unterlagen die Geraer in Halle der BSG Waggonbau Dessau mit 0:1. Danach gehörte Gera-Süd zu den Gründungsmannschaften der neu gegründeten Oberliga und erreichte in der ersten Saison 1949/50 unter 14. Mannschaften Platz 11. Nach vier Jahren Zugehörigkeit stiegen die Geraer, ab 1950 als BSG Motor und ab 1953 als BSG Wismut antretend, nach der Saison 1952/53 als Tabellenletzter aus der Oberliga ab.

Bis 1966 spielte man in der zweitklassigen DDR-Liga und plazierte sich meist im Mittelfeld. Nach dem Aufstieg 1966 ging es nach nur 4 Siegen und 18 Niederlagen direkt wieder runter in die DDR-Liga. Zehn Jahre spielte man in der Spitzengruppe mit, scheiterte aber ´74 und ´75 in der Aufstiegsrunde. 1976 kam dann mit Harald Irmscher eine 41facher DDR-Nationalspieler, der in der Oberliga für Motor Zwickau und den FC Carl-Zeiss Jena stürmte. Mit ihm gelang endlich wieder die Rückkehr in die Oberliga, doch auch diese sollte wieder in einem sportlichen Desaster enden. Ein einziger Sieg und 21 Niederlagen besiegelten den endgültigen Abstieg der Wismut. Noch zweimal konnte man sich für eine Aufstiegsrunde qualifizieren, schaffte aber nie mehr den Sprung ins Oberhaus. Die letzte Saison des DDR-Fußballspielbetriebes 1990/91 schloss der FSV Wismut als 6. in der Ligastaffel B ab.

Mit der Wende kamen auch für Wismut Gera schwere Zeiten. Die Trägerschaft der SDAG wurde eingestellt und mit dem FSV Wismut Gera ein neuer Verein gegründet. Dieser qualifizierte sich für die damals drittklassige Oberliga Nordost. 1993 verabschiedete man sich endgültig vom Traditionsnamen, wahrscheinlich weil man wie so viele andere Ostclubs auch keine Chance mehr unter diesem Namen sah. Ab nun war man der 1.SV Gera mit dem man 1996 in die fünftklassige Thüringenliga abstieg. Zwar schaffte man 99/2000 nochmal ein Zwischenspiel in der Oberliga, doch nur zehn Jahre nach der Vereinsgründung stand die Insolvenz. Der Neubeginn startete in der Bezirksliga. Am 24. Mai 2007 beschlossen die Geraer Fußballvereine FC Blau Weiss Gera und Geraer Dynamos sowie die Fußballabteilung des 1. SV Gera, sich zum 1. Juli 2007 zum neuen FV Gera Süd zu vereinigen. Unter diesem Namen stieg der Verein 2008 unter dem aktuellen Trainer Udo Korn in sechstklassige Thüringenliga auf. Nach langen Kampf der Fans (die Ultras Gera gibt es schon seit 1999) bekam man 2009 seinen alten Namen wieder, aktuell spielt die BSG Wismut Gera im Mittelfeld der sechsten Liga mit.

Link zur Homepage des Vereins

Link zum Blog der Ultras Gera

Advertisements

Schreibe einen Kommentar so far
Hinterlasse einen Kommentar



Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s



%d Bloggern gefällt das: