Stahlwerk


Fussball in der SBZ…

Schon vor Monaten reifte bei mir eine Idee, ausgelöst durch Bemerkungen und Kommentare die mich darin bestätigten den Gedanken endlich in die Tat umzusetzen. Entstehen soll dabei eine unregelmäßige Serie über den „Fussball in der DDR“. Dabei kann es eigentlich um alles gehen und doch werden zum Großteil die Vereine zum Thema werden. Nicht nur die heute aus dem Profifussball bekannten FC Hansa Rostock oder Dynamo Dresden. Sondern wenn möglich auch die kleinen Clubs die im Osten ganz groß waren wie Chemie Böhlen, Motor Suhl, Kali-Werra-Tiefenort oder Wismut Gera. Viele haben mit der „Wende“ den Weg in die Bedeutungslosigkeit angetreten, sind heute in den unteren Klassen verschwunden oder versuchen sich seit Jahren wieder zu berappeln. Nicht nur aus regionalen Gegebenheiten ist das Interesse am ostdeutschen Fussball kaum gegeben, selbst auflagenstarke Zeitungen und Magazine werden dem Thema nicht mal im Ansatz gerecht. In die Schlagzeilen schaffen es Ostclubs in der Regel nur noch durch Ausschreitungen oder Rechtsradikalismus. Wer dagegen hat wahr genommen wie der Hallesche FC durch vorbildliche Vereinsarbeit in wenigen Jahren den Sprung aus Liga 6 in Liga 3 geschafft hat? Wer kennt erfolgreiche Osttrainer fern ab von Sammer oder Geyer? Vielleicht schafft die Serie ja es ein paar Fragen zu beantworten oder gar bei dem ein oder anderen die Neugier zu wecken selbst mal im www auf die Suche zu gehen.

Richtig los mit dem organisierten Fussball unter dem Namen DDR-Oberliga ging es ab der Saison 49/50, wenngleich sie erst ab der folgenden Saison diesen Namen trug und in der Premierensaison noch DS-Liga hieß. Einfacher Grund die DDR wurde erst am 7.Oktober 1949 gegründet. Der erste DDR- Fußballmeister war die ZSG Horch Zwickau.

Die Gründungsmitglieder der DDR Oberliga 

  1. BSG Anker Wismar (Meister Mecklenburg-Vorpommern)
  2. SG Schwerin (Vizemeister Mecklenburg-Vorpommern)
  3. BSG Rotation Babelsberg (Meister Brandenburg)
  4. BSG Aktivist Brieke Ost (Vizemeister Brandenburg)
  5. BSG Turbine Halle (Meister Sachsen Anhalt)
  6. SG Eintracht Stendal (Vizemeister Sachsen Anhalt
  7. BSG KWU Erfurt (MeisterThüringen)
  8. SG Altenburg Nord (Vizemeister Thüringen)
  9. SG Dresden-Friedrichstadt (Meister Sachsen)
  10. BSG Fortschritt Meerane (Vizemeister Sachsen
  11. BSG Chemie Leipzig (Meisterschaftsdritter Sachsen)
  12. BSG Motor Dessau (Pokalsieger)
  13. BSG Mechanik Gera (Vize-Pokalsiger)
  14. BSG Motor Zwickau (Dritter im Pokal)

Aufgrund der Umstellung des Sportbetriebs „auf Produktionsgrundlage“ kam es vor, während und nach der Saison zu diversen Namensänderungen der verschiedenen Sportgemeinschaften, da diese in Betriebssportgemeinschaften (BSG) umgewandelt wurden. Die Namensänderungen wären eigentlich ein Kapitel für sich…genauso die Handhabung von Spielerwechseln.

Die Meisterschaft wurde in einem buchstäblichen Meisterschaftsfinale zwischen Horch Zwickau und der SG Dresden-Friedrichstadt am letzten Spieltag entschieden. Dabei verloren die vor dem Spieltag auf dem ersten Tabellenplatz liegenden Dresdner zuhause im Ostragehege gegen die zweitplazierten Zwickauer mit 1:5, womit Horch noch an ihnen vorbeizog. Danach kam es unter den 60.000 Zuschauern im Stadion zu Ausschreitungen, da der Dresdner Anhang Manipulationen vermutete, um dem bürgerlichen Verein SG Dresden-Friedrichstadt zu schaden. Als eine der Folgen wurde die Sportgemeinschaft aufgelöst und der nun vakante Oberliga-Platz zunächst der BSG VVB Tabak Dresden zuerkannt. Als jedoch etliche ehemalige Friedrichstädter Spieler – nach nur kurzer Zwischenstation bei Tabak – nach West-Berlin gingen, reduzierte man die Zahl der Absteiger von drei auf zwei. Wichtige Anektode deshalb weil einer dieser Spieler der spätere Bundestrainer Helmut Schön war.

Soviel mal zur ersten Oberligasaison der DDR, wie man feststellt sind damals nur wenige der heutzutage so genannten Traditionsvereine bei der Gründung der Liga dabei. Allerdings wird in den folgenden Jahren die Politik mehr und mehr Schicksal spielen…so wird zum Beispiel in der Folgesaison die SG Volkspolizei Dresden in der Oberliga mitspielen, aus dem später die SG Dynamo Dresden hervorgehen wird.

Rekorde

  • Rekord-Meister: BFC Dynamo (10)
  • Punkt-Bester: FC Carl Zeiss Jena (1097)
  • Oberligaspiele: BSG Wismut Aue (1019)
  • Rekord-Spieler: Eberhard Vogel, FC Karl-Marx-Stadt / FC Carl Zeiss Jena (440)
  • Rekord-Torschütze: Joachim Streich, Hansa Rostock / 1. FC Magdeburg (229)
  • Zuschauer-Schnitt: 14.005 (1953/54)
  • Tore pro Spiel: 3,85 (1950/51)

in der nächsten Folge geht es um die Geschichte des Leipziger Fussballs, von damals bis heute…

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2 Kommentare so far
Hinterlasse einen Kommentar

das befürchte ich auch schon 🙂

Kommentar von Nicky

„in der nächsten Folge geht es um die Geschichte des Leipziger Fussballs, von damals bis heute…“

Oha, na der Artikel dürfte dann wohl von der Länge her den Rahmen sprengen. 😉 Bin gespannt. (Schön Idee übrigens diese Reihe.)

Kommentar von rotebrauseblogger




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