Stahlwerk


…eine Reaktion aufs Vorwort
27. September 2012, 21:18
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dieser Artikel bezieht sich auf einige Aussagen aus dem Vorwort des Stadionheftes Ausgabe 4…

Für Unmut, Unzufriedenheit, resignatives oder gar aggressives Verhalten besteht im Umfeld des Vereins derzeit überhaupt kein Anlass.

Martin Bach

Das kann man als Verantwortlicher des Vereins vielleicht so sehen, vielleicht muß man sowas schreiben wenn man solch ein Amt inne hat, keine Ahnung. Für mich wirkt die Aussage eher befremdlich. Über das aggressive brauchen wir nicht reden, aber resignativ das ist das Gefühl das ich kennengelernt habe seit ich Borussia gucken gehe. Egal ob von aussen oder im Umfeld des Vereins, dieses Gefühl spürt man immer und ständig. Wieviel Leute hab ich getroffen die vor Jahrzehnten ein letztes Mal ein Borussenspiel gesehen haben? Wie oft hab ich gehört „Die“ schaffen es nie mehr. Und wie oft habe ich festgestellt das „DIE“ doch noch immer ein wenig interessieren. Aber wundert diese Resignation bei einem Blick auf die letzten 20 Jahre? Der Verein pendelt ständig zwischen Pleite und Hoffnung und zwar in genauer dieser Reihenfolge. All die Trainer und Spielerwechsel, das ständige Theater in den Gremien all das manifestiert die sportliche Mittelmäßigkeit in der Oberliga.

Das das zu Unmut und Unzufriedenheit führt ist ja wohl das normalste der Welt. Verstärkt wird das Ganze noch durch die Informations- und Öffentlichkeitsarbeit. Sportliche Meldungen schwinden mehr und mehr. Das Vorwort ist die erste Äusserung eines Verantwortlichen seit Monaten in Sachen Verein/sportlicher Situation und auch nach dieser bleiben viele Fragen offen. Nicht nur was den neuen Stürmer betrifft. Auch die Frage nach der Jugendarbeit oder dem katastrophalen Start der Zweiten bleibt wie in der Vergangenheit unbeantwortet. Man spricht es zwar als Thema an, aber wirkliche Neuigkeiten erfährt man keine, konkrete Maßnahmen? Wie will man den Abwärtstrend der Zweiten und der A-Jugend herr werden? Der Kunstrasenplatz wird die Attraktivität zwar steigern aber das alleine ist kein Konzept und wird keinen ambitionierten Jugendspieler nach Neunkirchen locken. In diesem Bereich geht es vorallem um gute Jugendtrainer und Netzwerkarbeit und am Ende auch ums liebe Geld. Und genau davon gibt es bei Borussia notorisch zu wenig.

Die Verantwortlichen im sportlichen Bereich hatten vor dieser Saison eine schier unlösbare Aufgabe zu bewältigen. Zum einen mußten die Personalkosten um 25% reduziert werden, zum anderen sollte die Mannschaft nicht an sportlicher Qualität einbüßen. Martin Bach

Peng…in diesem Satz wird endlich mal das gesagt worüber man die Leute die ganze Sommerpause hat spekulieren lassen. Warum man sich mit solch Informationen so schwer tut, würde mich echt mal interessieren. Genau das ist es doch was vielleicht manches verständlicher machen würde für den normalen Borussenzuschauer. Niemand geht auf Barrikaden wenn es heißt ohne Moos nix los, aber wenn man den Mund nicht aufkriegt und neben einen Dieter Ferner, einen Martin Forkel verpflichtet und so tut als wäre alles wie immer, braucht man sich nicht beschweren wenn die Leute auf Verstärkungen im Kader warten. Das ist genau der Punkt der mich von Vorstand zu Vorstand in den letzten Jahren genervt hat…Warum kann man nicht sagen: „Leute der Verein ist finanziell völlig am Boden und noch weit mehr, die wichtigste Aufgabe ist erstmal dem Verein wieder eine Zukunft zu geben und dann kann man wieder träumen. Bis dahin müssen wir sportlich kleine Brötchen backen“. Punkt, dann weiß jeder das momentan die Gesundung vorrang hat und dann kann man wieder von anderen Sachen träumen, aber beides gleichzeitig das geht eben nur mit sehr viel Geld.

Dennoch darf man sich als Borusseninteressierter an dieser Stelle auch einige Fragen stellen z.B. Warum konnte man in der letzten Saison so viele Schulden abbauen und zugleich 20 neue Spieler holen? Was ist passiert das es diesen Sommer eben nicht mehr so geht? Sind schon wieder Rechnungen aufgetaucht, sind weitere Sponsoren ausser Pamukkale von Bord gegangen? Hauen die Kosten des Trainerwechsels so in die vollen (bekanntlich hat Paul Linz noch einen gültigen Vertrag für diese Saison) oder was sind die vielleicht völlig verständlichen Gründe?

Die Mannschaft…empfindet vielleicht aber die mitunter überhohen Erwartungen einiger Ellenfeldbesucher mit Druck. Martin Bach

Ja die Beobachtung kann man so machen und das galt auch in der vergangenen Saison schon so, aber da sind wir wieder bei den Erwartungen die man schürt. Schon auf der Mitgliederversammlung machte man den ersten großen Fehler als man mit viel Pathos Dieter Ferner als neuen Trainer vorstellte. Die anschließende Medienwelle demonstrierte ganz schnell welch eine Erwartungshaltung damit verbunden ist. Bleibt die Frage ob solch ein Coup in der Situation des Vereins die richtige Entscheidung war? Wenn man den saarländischen „Retter“, den „Hoffnungsträger“, die „Legende“ als Trainer verpflichtet sollte eigentlich klar sein wie die Öffentlichkeit das wahr nimmt, sich im Nachhinhein zu beschweren das die Leute so große Erwartungen haben…Sorry dann muß man eben selbst den Fuß auf die Bremse setzen. Und sicher hat Herr Bach nicht ganz Unrecht, im meckern und pfeiffen ist man im Ellenfeld immer besonders schnell, aber auch da hat die Medallie zwei Seiten. Die Identifikation zwischen Mannschaft und Publikum ist zum Beispiel eine Seite davon. Wo soll sie herkommen wenn Spieler in einer Tour kommen und gehen? Wo man früher grüsste, Spieler sich nach Spielende vom Publikum verabschiedeten sieht man seit längerem schon eine Mannschaft die lieber schnell nach Spielende vom Rasen verschwindet. Nicht wenige Spieler verliessen den Verein im Unmut Patschinski, Hajdarovic seien stellvertretend genannt. Auch bei Kaban und Mezler bleibt viel Spielraum für Spekulationen. Wenn man eine positive Stimmung erzeugen will sind solche Signale alles andere als stimmungsfördernd weder in die Mannschaft rein, noch auf die Stehränge raus. Denn Unmut und Frust über sportliche Entscheidungen in den Führungsebenen lädt sich eben zuerst bei denen ab die die Situation ausbaden müssen und das sind in dem Falle eben die Spieler. Das macht das Ganze nicht richtiger, aber allein die Zuschauer zu kritisieren ist es etwas zu kurzsichtig. Da müssen sich Verantwortliche, Spieler wie auch die Zuschauer selbst hinterfragen.

am Ende läuft es immer wieder auf die defizitäre Informationspolitik hinaus

Man kann sich natürlich in seiner Wagenburg verbarrikadieren und wundern warum niemand die Arbeit zu schätzen weiß. Was mich verwundert ist diese nicht vorhandene Selbstkritik in diesem Vorwort. Stattdessen kommen die immer gleichen Töne von den unzufriedenen Zuschauern, den mangelnden Engagement der Nachwuchsspieler oder der vorherige Vorstand mit seinen Altlasten. Nehmen wir z.B. die 25 % Einsparungen, klingt ja erstmal logisch das dann nicht mehr viel geht, aber wovon wurden 25% eingespart? Was die Etatkosten angeht schweigt man sich auch weiterhin fröhlich aus und ist verwundert warum es die Leute nicht verstehen. Transparenz in allen Bereichen egal ob im sportlichen oder finanziellen gehören erstens zu einer vernünftigen Vereinsarbeit dazu und zweitens werben für Vertrauen und Verständniss. Anerkennung kann man nämlich nur dann bekommen wenn man auch die Fakten benennt…

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1 Kommentar so far
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Ich hoffe das es jetzt geklappt hat mit dem kommentieren

Kommentar von Nicky




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