Stahlwerk


Systemfrage?
28. August 2012, 00:19
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Bei Borussia-online führt man im Moment eine Diskussion die wohl schon am Samstag das beherrschende Thema auf den Tribünen des Ellenfelds war. Dabei gibt es die verschiedensten Ansätze, oft fällt dabei der Wunsch nach einem zweiten Stürmer für die Offensive. Das hieße eine Veränderung der bestehenden Taktik. Im Grunde ist das aber schon der zweite Schritt vor dem ersten. Liegen die Gründe für die Niederlage allein im Offensivspiel? Was spricht gegen die aktuelle Taktik oder anders gefragt was ist der Vorteil z.B. einer 4-4-2 Formation? Die Taktik ist immer gerne das erste was man in Frage stellt, vorallem weil es am einfachsten zu Veränderungen führt, allerdings bezweifel ich das eine andere Taktik am Samstag auch ein anderes Ergebniss beigeführt hätte. Denn egal welches System, am Ende braucht es zum Erfolg die viel zitierten Fußballtugenden wie Einsatz, Wille, Zweikampfstärke, Laufbereitschaft. Wenn aber die simpelsten Pässe über kurze Distanzen nicht ankommen ist es egal ob man mit einem oder fünf Stürmern spielt.

Die aktuelle Aufstellung sieht vier offensive Spieler vor, bei logischerweise sechs defensiven. Das zeigt das Bedürfniss die Abwehr stärken zu wollen, welch Wunder wenn man nur mit einem gelernten Innenverteidiger auskommen muß, ein Punkt den man zwar immer wieder nennt der mir aber in der Diskussion zu kurz kommt. Sechs Gegentreffer in vier Spielen trotz verstärkter Abwehrarbeit und es hätten in Pfeddersheim durchaus auch mehr wie zwei Gegentreffer sein können. Da scheint der Grund zu liegen warum Dieter Ferner dieses System bevorzugt. Das Ziel einer 4-2-3-1 Formation ist das Erreichen einer defensiven Kompaktheit, gleichzeitig schafft es die Möglichkeit alle Räume besser zu besetzen, denn ein entscheidender Nachteil des 4-4-2 ist das die Räume zwischen den Sechsern zu den Stürmern sehr weit sind.

Somit kommt den beiden Sechsern eine besondere Rolle zu, sie sind letzlich für die Ordnung und den Rhytmus des Spiels veranwortlich. Das setzt vorraus das beide miteinander harmonieren müssen, vielleicht der Grund warum Becker das Vertrauen vor N´Ganvala bekommt und warum Dieter Ferner die Mannschaft zuletzt so umbaute. Ein weiterer Grund für Becker könnte sein das er am ehsten der offensive Sechser ist und N´Ganvala vom Spiel her zu ähnlich zu Dafi ist. Und da liegt für mich einer der Knackpunkte momentan, die Rolle von Becker bezeichnet man gerne auch als verkappter Zehner, doch dafür bleibt sein Offensivdrang noch in zu engen Bahnen. Für ihn gilt was Dieter Ferner schon am Samstag den Journalisten in die Blöcke diktierte

Die Mannschaft traut sich wenig zu.

Und da kommen wir zu einer weiteren Beobachtung…die wirkliche Balleroberung findet zumeist in der eigenen Hälfte statt. Was im Umkehrschluß bedeutet das die gegnerische Viererkette weit aufrückt. Bei Ballverlust des Gegners braucht dessen Abwehr entsprechend um sich neu zu orientieren. Demnach ist das Umschaltspiel wichtig…Wenn man ein 4-2-3-1 spielt, gilt es schnelle Aussenspieler zu haben die eben auch in der Lage sind eine Eins gegen Eins Situation zu lösen, dazu braucht es noch einen flexiblen offensiven Mittelfeldspieler  der bereit ist Kilometer zu machen um den Ball nach vorne zu bekommen. Ideal wird es wenn sich alle drei Offensiven auf einer Höhe befinden und entsprechend abwechselnd mit in die Spitze aufrücken. Dies hat den Vorteil, dass es in der gegnerischen Abwehr häufiger zu Zuordnungsschwierigkeiten kommt. Im Sturm befindet sich nur eine nominelle Spitze, welcher die Möglichkeit hat, Flanken zu verwerten. So klingt die Idee hinter dem System, das man damit erfolgreich sein kann bewies das WM Finale in Deutschland zwischen Italien und Frankreich, genauso wie vier Jahre später das Endspiel zwischen Spanien und den Niederlanden. Alle vier Teams spielten in dieser Formation.

Meiner Meinung nach stellt sich die Systemfrage nicht, auch nicht ob ein oder zwei Stürmer zumal Dieter Ferner da ja bekanntlich eh keine Auswahl hat. Sondern es kommt drauf an das die Spieler wieder bereit sind das zu tun was man von einem Fußballspieler erwarten kann. Kämpfen, Einsatz, Laufbereitschaft. Die Spieler für das System sind zumindest in der ersten Elf vorhanden siehe Karaoglan, Kizmaz, Bidon oder Cullmann, alles Jungs die schnell und trickreich spielen können, wenn sie denn wieder fit sind. Dazu können sie teilweise beide Seiten beackern was jede Abwehr vor Riesenprobleme stellen kann.

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