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Was sagt ein 4-3-3 oder 4-4-2 über die Taktik aus?
1. August 2012, 07:32
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Gemeinhin nutzen viele Berichterstatter Formationen wie 4-3-3, 4-4-2 oder 4-2-3-1 synonym für den Begriff Taktik. Was allerdings ziemlicher Quatsch ist. Eine Formation ist zunächst einmal nichts anderes als die ungefähre schematische Anordnung der Spieler einer Mannschaft auf dem Feld. In Deutschland spielen die meisten Teams in der Regel mit einem 4-4-2 oder 4-2-3-1. Jedoch spielen Mannschaften meist nicht die ganze Zeit über in dieser Formation, so spielt z.B. Dortmund bei gegnerischen Ballbesitz ein 4-4-2 und geht bei eigenem Ballbesitz über in ein 4-2-3-1.

Eine Formation lässt auch keinen Schluß darüber zu wie eine Mannschaft spielt – vielmehr ist sie eine Art Grundgerüst. Jede Formation hat dabei ihre speziellen Vor- und Nachteile. Diese begünstigen oder erschweren bestimmte Spielarten. Beispiel: Wenn ein Team schnelle Konter spielen möchte, versuchen die Spieler, nach dem Erhalt des Balles möglichst schnell in den gegnerischen Strafraum zu spielen. Hierbei sind Formationen mit zwei Stürmern theoretisch im Vorteil gegenüber Formationen mit einem Stürmer. Allerdings wollt ich jetzt nicht auf sämtliche Formationen mit ihren Vor- und Nachteilen hinaus, sondern auf die Formation die aktuell von Dieter Ferner bei Borussia eingeführt wird.

Wie oben schon erwähnt hat jede Formation ihre Schwächen und Stärken. Die von Dieter Ferner bevorzugte Formation bietet erstmal grundsätzlich in der schematischen Ordnung das Problem das in der Mitte eine Lücke entsteht. Dies ist aber in jeder Formation erstmal gegeben so wäre bei einer Mittelfeldraute wie sie einst Schaaf bei Werder Bremen spielen ließ auf den Aussen diese Lücke. Die Kunst ist halt die richtige Mischung zwischen der Stärke der Formation und ihrer Schwächen zu finden, das ist halt das was dann die Taktik ist. Wie also könnte man das Loch zwischen Defensive und Offensive stopfen? Dieter Ferner bevorzugt dafür einen offensiven Secher, in den letzten Spielen war das Stelletta der bei Ballbesitz mitaufrückt und so die Verbindung zwischen den Mannschaftsteilen herstellt, zugleich kann sich der zentrale offensive Mittelfeldspieler etwas zurückfallen lassen umso noch mehr Anspielstationen zur Verfügung zu haben. Entsprechend wäre jetzt die Lücke ausgefüllt, hinzu kommt das bei eigenem Angriff auch die beiden Aussenverteidiger mitaufrücken und so entsprechend weitere Optionen bieten. Vorteil dieses Systems gegenüber einer Mittelfeldraute – man hat nahezu alle Optionen. Man könnte einen Spielaufbau durch die Mitte wagen, genauso den Ball über die Außen nach vorne tragen.

Wie sieht das Ganze im Defensivverhalten aus? Von der auf der Grafik ausgehenden Formation hätte man aktuell sechs Mann hinter dem Ball, allerdings lassen sich dann noch die beiden Außen zurückfallen so das man wieder bei zwei 4er Ketten wäre, (dem sogenannten 4-4-2) die entsprechend die Räume eng machen und so schon versuchen den Spielaufbau des Gegners zu zerstören in dem man ganz einfach die Passwege zustellt. Eine andere Möglichkeit wäre die Formation so wie in der Grafik zu belassen, sprich 6 Spieler hinter dem Ball, dafür könnte man die drei Mittelfeldspieler schon ins Offensivpressing schicken. Sprich die Spieler versuchen schon an oder gar vor der eigenen Mittellinie den Ball zurückzuerobern. Man könnte aber auch…ihr seht schon da sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt.

Natürlich war das jetzt nicht die ganze Taktik, sondern lediglich ein grober Einblick in das Grundmuster. Je nach Gegner oder eigenen Schwächen und Stärken auf den verschiedenen Positionen gibt es soviele Dinge die man noch beeinflussen kann, aber diese Aspekte sieht man erst dann richtig wenn mal das Zusammenspiel abgestimmt ist. Wer sich die Mühe machen möchte selbst herauszufinden was Dieter Ferner an Finessen an den Tag legt, ein kleiner Tipp: Bei Ballbesitz des Gegners lässt sich die eigene Formation am besten herauslesen. Entsprechend fällt einem auch eher auf was sich bei Balleroberung verändert.

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