Stahlwerk


Neuzugang Martin Forkel
24. Juli 2012, 00:11
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noch im “falschen” Trikot im Ellenfeld

Da ist Dieter Ferner ein wahrer Transfercoup gelungen. Mit Martin Forkel verpflichtet Borussia einen Spieler der in der letzten Saison noch Stammspieler in der dritten Liga war. Da Luginger die rechte Verteidigerposition zur neuen Saison anders geplant hat, bekam Forkel keinen neuen Vertrag angeboten. Die Saarbrücker Fans liefen Sturm als sich die Kunde verbreitete, auf Facebook gründete man eigens eine Gruppe um den Verein zu signalisieren das man diese Entscheidung nicht mitträgt. Forkel kam vor zwei Jahren aus Koblenz in die Landeshauptstadt und schaffte es durch seine kämpferischen und soliden Leistungen sich schnell in die Herzen der Fans zu spielen.
Nun also folgt Martin Forkel seinem ehemaligen Sportdirektor und damit wohl seinem Fürsprecher aus einstigen Saarbrücker Tagen nach Neunkirchen.
Das Fussball spielen lernte der gebürtige Coburger bei der TSV Vestensberggreuth. Einem Verein der in den Neunzigern die Sensation schaffte und die Bayern in der ersten Runde aus dem Pokal haute. Später ging man eine Fusion zur SpVgg Greuther Fürth ein.

Forkel gilt bis heute als der erste Nationalspieler von Fürth seit Jahrzehnten. Zu der Ehre kam er in Jugendtagen, er durchlief die U-18 bis U-21 Nationalmannschaft. Spielte dabei auch eine Europa und eine Weltmeisterschaft mit. Die Mannschaftskollegen dieser Zeit: Sebastian Kehl, Sebastian Deisler, Timo Hildebrand oder Fabian Ernst. In der heutigen Zeit dürfte man mit solch einer Vita wahrscheinlich zum Kader eines Erstligisten gehören…
Martin Forkel musste die Ochsentour machen, Fürths damaliger Trainer Benno Möhlmann setzte als frischer Zweitligist lieber auf routinierte Spieler im Abstiegskampf. So wechselte der damalige 20 Jährige ins hessische Fulda um sich dort sofort als Stammspieler in der damals noch drittklassigen Regionalliga durchzusetzten. Mit 4 Toren in 33 Spielen machte er Rudi Bommer auf sich aufmerksam…
Über die folgenden zehn Jahre sagt der leidenschaftliche Tennisspieler selbst “Mit Wacker Burghausen habe ich in den sechs Jahren sehr viel erreicht. Nach zwei Regionalligajahren haben wir den Sprung in die 2. Liga geschafft und uns in der Liga etabliert. Es ging in dieser Zeit für mich und den Verein steil bergauf. 2006 bin ich dann nach Koblenz gewechselt und habe dort vier Jahre in der 2. Liga gespielt. In diesen vier Jahren habe ich unheimlich viel gelernt.”
Seine Bilanz: 163 Zweitligaspiele, 1 Tor, 4 Torvorlagen, 1 Eigentor. Eine Statistik die belegt das Forkel eher ein traditioneller Fünfer ist. Als rechter Verteidiger liegt seine Stärke weniger im Spielaufbau oder langen Flankenläufe sondern im klassischen Sinne im Abwehrspiel. Er gilt als sehr Zweikampfstark, der vorallem durch viel Einsatz in der Defensive zu überzeugen weiß.

Zuletzt folgten zwei Jahre beim 1.FC Saarbrücken, was lag also näher als bei Carsten einem blau-schwarzen Blogger (FCS-Blog) mal nachzufragen
Forkel ist gelernter Rechtsverteidiger und wäre früher wohl als typischer “Wadenbeisser” beschrieben worden. Mit 32 Jahren ist er ein erfahrener Mann und gilt als guter Teamplayer, der in seinem Alter sicherlich auch noch ein weiteres Jahr in der 3. Liga bestehen würde. Ich selbst hab ihn in dieser Saison nicht oft sehen können, hab aber seine Stärken vor allem im Läuferischen und im Zweikampf in Erinnerung. In den vorherigen Jahren hatte der FCS oft den Typ des spielenden Aussenverteidigers bevorzugt, dessen Nachteil darin liegt, dass er oft Angriffe über die Flügel zulässt. Forkel hat eher die defensive Interpretation dieser Rolle wahrgenommen. Als Forkel Ende der 90er in der Junioren-Nationalelf spielte, waren auf dieser Position auch eher “Abräumer” gefragt.
Forkel ist allerdings mit der Zeit gegangen und schaltet sich in den Spielaufbau öfters mit ein, als dass man es von ihm erwarten würde. Gerade in der letzten Saison hat er das vermehrt versucht, passt wohl aber in Zukunft nicht mehr in dieses eher moderne System von Luginger. Das kann sich natürlich auch rächen, wie viele Forkel-Fans sagen. Aber es gibt noch eine weitere Schwäche, die meiner Meinung nach zu Forkels Abgang führt: Seine Körpergrösse von 172 cm. Er hat die Angewohnheit unter Flanken hindurchzuspringen und ist in Kopfballduellen etwas benachteiligt.
Trotzdem halte ich Forkel für einen guten Teamspieler, der auch aufgrund seiner Erfahrung jeder Mannschaft weiterhelfen kann. Dass mit Forkel ein sehr souveräner Spieler augenscheinlich ohne Not abgegeben wird, macht es für seinen Nachfolger in SB nicht unbedingt leicht.

zu Karrierebeginn

Fazit: Martin Forkel dürfte in jeder Hinsicht eine sinnvolle Verpflichtung sein. Gerade mit seiner Erfahrung sollte er die die nötige Ruhe auf die Abwehr ausstrahlen. Mit seinen 32 Jahren ist er einer der wenigen “älteren” Spieler in der Mannschaft, womit ihm sicherlich auch eine Rolle als Führungsspieler zuteil wird. Für Forkel spricht das er hier sicherlich nicht sein Gnadenbrot verdienen will, dafür gab es bestimmt bessere Angebote u.a. Viktoria Köln und die SV Elversberg. Den Ausschlag dürfte sicherlich Dieter Ferner gegeben haben.
Das er es immer noch kann beweist nicht nur die Tatsache das er Stammspieler bei einem Drittligisten war, sondern auch das er im Winter noch von den Lesern von liga3-online als Abwehrspieler der Hinrunde gewählt wurde.

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