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die Oberliga…besser als ihr Ruf?
24. Juli 2012, 00:09
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Oberliga…Bauernliga!..Kann man rund um Borussia jedes Jahr auf´s neue hören und lesen…Dabei kann so nen Scheiß wohl nur jemand äußern der sich mit dieser Liga keinen Stratz beschäftigt hat. Wenn es sich auf Gastgeber wie Roßbach, Salmrohr oder Mechtersheim als Orte handelt sicherlich, sportlich gilt das schon seit Jahren nicht mehr. Stefan Krämer schaffte mit der SV Roßbach drei Aufstiege, sorgte im letzten Jahr für ein unerwartet gutes Abschneiden und verließ nach 9 Jahren den Westerwald um Co-Trainer beim Drittligisten Bielefeld zu werden. Kontakte gab es schon als er sein Trainerexamen ablegte, als immerhin viertbester. Nach dem Markus van Ahlen den neu aufgestellten Club nicht in die Spur brachte, nutzte er seine Chance und beendete die jahrelange Talfahrt des Vereins. Kollege Stefan Ruthenbeck im Moment noch Trainer der Eintracht Glas Chemie Wirges soll ab kommender Saison den Zweitliga Nachwuchs und Amateurbereich auf Vordermann bringen. Schon im Sommer wurde er als TuS Coach des Regionalligisten Koblenz gehandelt.

Nicht nur die Trainer der Oberliga sind qualitativ besser geworden bestes Beispiel Ralf Gimmy…die von ihm entdeckten Korte Zwillinge versuchen gleich den Sprung um 3 Ligen und heuerten beim Zweitligisten Eintracht Braunschweig an. Einst bei Phoenix Schifferstadt groß geworden, mischten sie in der vergangenen Saison die Oberliga auf. Raffael Korte kann in seinem ersten Jahr bei den Löwen auf 11 Zweitligaeinsätze zurückschauen, sein Bruder Gianluca auf immerhin vier. Ein weiterer Spieler aus der Oberliga Südwest ist Pierre Merkel der vorletzte Saison noch für Waldalgesheim auf Torejagd ging, bevor ihn der letztjährige Meister Idar/Oberstein verpflichtete. Auch er machte im Sommer den Schritt Richtung Zweitklassigkeit und wechselte ebenfalls nach Niedersachsen. Sechs Tore in 13 Spielen für die Reserve ließen Trainer Lieberknecht aufhorchen und so kamen noch zehn Kurzeinsätze bei den Profis mit zwei Toren hinzu. Man darf gespannt sein wie sich das Trio in seinem zweiten Profijahr schlagen wird. Einer der sich gleich zu einem Stammspieler entwickelte ist Smail Morabit. Letztes Jahr noch in Köllerbach tätig, konnte der gebürtige Forbacher nach diversen Verletzungen die schon fast das Aus als Profifussballer bedeuteten nochmals einen Versuch in Liga 3 wagen. Bei Rot-Weiß Erfurt kam der Offensivakteur auf 32 Spiele mit neun Toren und neun Assists.

Aber die Liga ist nicht nur ein Sprungbrett nach oben, illustre Namen die in der Vergangenheit als große Talente galten tummeln sich genauso wie “Fussballrentner” auf den Sportplätzen des Südwestens. Ob ehemalige FCK Profis wie Riedl oder Reinert beim FKP, Nenad Simic beim SV Gonsenheim oder Dino Toppmölller der die Familientradition beim FSV Salmrohr fortsetzt. Nicht zu vergessen all die Namen die samstäglich im Borussen Trikot zu bewundern waren. Die Oberliga ist besser als ihr Ruf…

Zwar gab es in den letzten zwei Jahren ein Qualitätsverlust was das die Stärke betrifft, aber das ist glaub ich dem allgemeinen Jugendwahn geschuldet. Nicht nur in der Nationalelf oder bei Borussia Dortmund setzt man auf die Jugend. Das der Trend erst so spät Einzug gehalten hat, liegt an der allgemeinen Entwicklung der Nachwuchsleistungszentren die bekanntlich erst seit Beginn des Jahrtausends Linzenzauflage wurden.
Auch im Amateurbereich haben sich mittlerweile die Spieltaktischen Veränderungen durchgesetzt. Das Positions- und Manngebunde Spiel wurde abgelöst durch taktisches Verschieben im Raum. Die einzelne Position findet heute im Offensiv wie Defensivspiel statt. Das Torhüterspiel erfordert heute einiges mehr als die Linie oder die Beherrschung des 5-Meter Raums. Neben einer “besseren” fussballerischen Ausbildung, erfordert das auch ein mehr an taktischem Verständniss. Ein Spieler muß heute viel mehr ein Spiel lesen können.

der Altersdurchschnitt der Oberliga beträgt 23.4 Jahre

Beste Beispiele sind die sogenannten Kleinen, im vergangenen Jahr Roßbach und Mechtersheim, in diesem Jahr sicherlich Gonsenheim oder Ludwigshafen. Vereine die vorallem auf gut ausgebildete Spieler setzen, auf Talente aus der Region. Einer der vielleicht als der Nächste für den Sprung nach oben gilt ist Milot Berisha vom TuS Mechtersheim. Vor zwei Wochen machte er die zwei Tore zum 2:2 in Mechtersheim. Mit gerade einmal 20 Jahren hat er es in der offensivschwächsten Mannschaft der Oberliga Südwest auf immerhin 8 Tore in 24 Spielen geschafft. Soviel wie aktuell der beste Borussenschütze Jaba Bebua. Sein fussballerisches Rüstzeug bekam der Linksfuß in der U-17 des FCK und der U-19 des SV Waldhof. Ob er nächstes Jahr noch in der Oberliga spielen wird hängt wohl vom Klassenerhalt der stark abstiegsgefährdeten TuS ab. Sein Vertrag für die Oberliga wurde erst vor ein paar Wochen um ein Jahr verlängert. Ein weiterer Rohdiamant dürfte Rufat Dadachev von der SV Gonsenheim sein. Laut transfermarkt.de läuft sein Vertrag im Sommer bei den Rheinhessen aus. Dadachev wechselte schon in der Jugend zur SV Gonsenheim, Trainer Aydin Ay holte ihn vor der Saison aus der A-Jugend zu den “Aktiven”. Seitdem schoß er elf Tore in 25 Spielen und gab 9 Vorlagen, für einen 20jährigen in seiner Debütsaison schon eine Hausnummer.

Auch in der nächsten Saison wird sich der Trend fortsetzen allein der FKP und Arminia Ludwigshafen haben bisher schon 6 A-Jugendliche unter Vertrag genommen. Andere Vereine haben auch schon das ein oder andere vermeintliche Talent verpflichtet. Man darf gespannt sein wie sich die Liga in Zukunft entwickelt, ob sie wieder stärker wird hängt wohl auch davon ab das sich die Spieler nicht nur durchsetzen, sondern den ein oder anderen Sprung in den nächsten Jahren nach vorne machen.

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