Stahlwerk


“So viele Chancen auf einen Neuanfang wird es nicht mehr geben…”
23. Juli 2012, 23:44
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Zwei Wochen sind es noch bis zum Saisonstart und es ist schon lange her, das es so früh gegribbelt hat. Selten aber stand der Verein in der jüngsten Vergangenheit so hoffnungsvoll da wie heute. Im vergangenen Herbst war es nicht mehr weit bis zur Insolvenz, und wer weiß schon ob man heut noch im Vereinsregister stehen würde, wenn es nicht einen Wechsel in allen Ämtern gegeben hätte. Neue Gesichter haben sich der Verantwortung gestellt, Leute die nicht schon ewig und drei Tage mit dem Klüngel rund um den Verein verstrickt sind. Man kann sich nicht vorstellen was für ein Chaos wir vorgefunden haben. Keine Zahlen, keine Informationen, wir wurden regelrecht im Stich gelassen. Okan Kaya und der Rest der Truppe sind nicht um ihren Job zu beneiden. Früh ging das Gerücht um das eine neue Mannschaft antritt, doch schnell nach der Aufsichtsratswahl gab es Streitigkeiten hinter den Kulissen. Was sich lange andeutete, war dann auch der Fall, Roland Schön und seine Mannen zogen sich zurück und vergaßen dabei wohl auch gleich mal ihrer Funktion als Hauptsponsor nachzukommen. Schlechter hätte der Start kaum losgehen können. Doch schnell…,ungewohnt schnell für Borussenfans, sollten Nägel mit Köpfe gemacht werden. Nach der Präsentation von Paul Linz, wurden im Anschluß drei neue Spieler geholt, wann gab es das, dass letzte Mal und dann noch solche. Man vergisst immer so schnell…aber Paul Linz zur Borussia, nen Patschinski, daran hat doch in den letzten Jahren keiner mehr geglaubt.
Sportliche Inkompetenz gepaart mit Unprofessionalität so sah es lange aus, graues Mittelmaß und das noch mit einem völlig unterfinanzierten Etat. Der Start aus der Winterpause sollte trotz all der Querelen im Umfeld gelingen, mit dem “Höhepunkt Elversberg”… Es ist und wird nie ein Derby werden und wenn man es noch so versucht herbeizureden, uns trennen Welten…wann war das mal wieder so deutlich zu spüren wie an diesem Abend, einer dieser unvergesslichen

Foto: borussia online

der aktuelle Vorstand

Momente der letzten Saison. Doch mit dieser Niederlage bezahlten wir für das bittere Aus im Saarlandpokal, die Saison war durch! Doch es war zu spüren Paul Linz bleibt und es war auch klar das wenn er weitermacht sich einiges ändert. Das sich so viel ändert hätte wohl zu diesem Zeitpunkt auch keiner gedacht. Auf einmal gibt es einen Geschäftsführer “Dieter Lüders wird uns helfen, die Borussia weiter zu professionalisieren und in Neunkirchen etwas Nachhaltiges aufzubauen”. so Giuseppe Ferraro im April. Dieter Lüders und Paul Linz sind langjährige Freunde, entsprechend ist der Umgang, denn auch das stand in der Pressemittleiung“Er und Linz kennen sich seit der D-Jugend. Später feierten sie bei Eintracht Trier, wo Lüders von 2000 bis 2005 als Geschäftsführer fungierte, gemeinsam den Aufstieg in die 2. Bundesliga und hielten den Klub drei Jahre lang im deutschen Fußball-Unterhaus. Das Vertrauensverhältnis zu Linz war auch ausschlaggebend dafür, dass sich Lüders nun bei Borussia engagiert.”

Foto: borussia online

Dieter Lüders

Spätestens jetzt ist Jedem klar, das da ein Konzept hinten dran steht, welches man auch wirklich umsetzen will. Für Dieter Lüders wird es trotzdem ein Knochenjob, man denke an den Satz von Okan Kaya weiter oben. Ein Problem was man nicht in den Griff bekam war der schwelende Konflikt zwischen Spielern und Trainer der zweiten Mannschaft. Der Höhepunkt in diesem Streit folgte mit der “Spielverweigerung” in Bübingen. “Die Spieler haben dem Ansehen unseres Vereins und dem der Saarlandliga massiv geschadet. Deshalb war unsere Entscheidung alternativlos”, der Verein zog die einzig richtige Konsequenz und riskierte damit auch den Verbleib in der Saarlandliga. Am Ende sollte der Klassenerhalt erreicht werden. Die Oberligamannschaft beendete die Saison als Siebter…was folgte war der komplette Umbruch Spieler wie Almir Delic oder Matze Stumpf mussten gehen, Identifikationsfiguren für das komplette Umfeld. Schade das es keinen richtigen Abschied für so verdiente Spieler gab. Eigentlich die ganze Sommerpause hindurch wurde verhandelt, Spieler geholt und abgegeben.

    “Paul Linz weiß, wie man im Fußball zu Erfolgen kommt. Er hat uns bei allen sportlichen Entscheidungen der letzten Monate beratend zur Seite gestanden. Unser sportliches Konzept trägt seine Handschrift, und er wird als Cheftrainer die kommenden Jahre prägen”

Anders ausgedrückt, Paul Linz hat seine Entscheidungen getroffen, seinen Kader selbst zusammengestellt, an diesem wird er sich am Ende auch messen lassen müssen. Die Ziele bleiben bescheiden. Einen schnellen Aufstieg in die Regionalliga, von dem viele Anhänger träumen, will Linz nicht versprechen. “Fans müssen Träume haben, als Trainer muss ich aber realistisch sein.”Dennoch hat man mit den Verpflichtungen von Racanel, Stelletta und Weißmann ein Zeichen gesetzt, man hat wieder Ambitionen rund ums Ellenfeld.
Um die Aufbruchsstimmung noch weiter zu transportieren wurde ein Fantreffen einberufen, in denen der Vorstand und der Trainer die Gelegenheit nutzten um alle noch mal einzuschwören. Der Sieg beim Sparkassencup, mit überzeugenden Spielen gegen die Oberligakonkurrenz, ohne ein einziges Gegentor feuert die Ungeduld noch weiter an.

“Wir können als Vorstand die Marschrichtung vorgeben, aber ohne die Unterstützung von Fans, Mitgliedern, Sponsoren und der Stadt Neunkirchen wird unsere Mission nicht gelingen. (…)Ich fordere unsere Anhänger, jeder der sich mit dem Verein identifiziert auf, unsere Mission zu unterstützen”

    Okan Kaya

Wer eins und eins zusammenzählt, wird merken, das dass Konzept auf sportlichem Erfolg beruht darauf aufbauend auf vielen Zuschauern und entsprechende Sponsorenattraktivität. Ideen wurden entwickelt und werden professionell umgesetzt aber sie haben keine Chance wenn es nicht die Unterstützung dafür gibt. Wir können uns hinsetzen und warten ob von der Stadt jemand reagiert, ob Zuschauer kommen, ob die Mannschaft überzeugt, ob sich dadurch aber soviel ändert, bezweifel ich.
Wer mich kennt weiß das ich stark in der Punkrockszene verwurzelt bin, DIY ist mehr als eine Attitüde. “Selber machen” ist das Gebot der Zeit, ein Anfang wird die Säuberung der Spiesser Kurve sein. Der Verein bekommt so die Möglichkeit seine Werbung für den Club 100 wirksam zu präsentieren, die Stadt ein Zeichen, das es Leute in Neunkirchen gibt, die nicht bereit sind einfach hinzuschauen wie man ein weiteres Stück “Neunkircher Identität” der Verrottung Preis gibt. Jeder im Verein hat seine Funktion so gut es geht auszuführen, das erwarten und verlangen wir alle. Vielleicht sollten dann aber auch die Vereinsmitglieder und die Fans bereit sein ihren Teil dazu beizutragen.

Foto: borussia online

„Tradition“ Arbeiterverein


Irgendwann sollte man Vergangenheit, Vergangenheit bleiben lassen. So viele Chancen auf einen Neuanfang wird es nicht mehr geben. Niemand der jetzt handelnden Personen hat etwas mit der Vergangenheit zu tun. Im Gegenteil, die jetzige Vereinsführung hat ne Menge angepackt, sicherlich es ist noch ein verdammt langer Weg, aber auch wir können an der Temposchraube mit drehen.

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